Musik: Straigthline

UK: London
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Musik: Straigthline

Wie ich Straightline kennen gelernt habe

Es ist inzwischen etwa sechs Jahre her, da wollte ich an einem Freitag Abend mit einem Kumpel nach München ins Backstage. “Misconduct” aus Schweden traten live auf, der Eintritt lag unter zehn Euro und sonst war an dem Abend nicht viel geboten. Als Support waren damals zwei lokale Bands geplant. Wir haben von den Vorbands nicht viel erwartet, sondern wollten einfach nur den Headliner sehen. Was im Endeffekt abging, war unbeschreiblich.

Wir kamen gerade rechtzeitig, um von der ersten Band “Screed” einige Lieder mitzubekommen. Schon am frühen Abend war dabei der Club im Backstage am Kochen und wir waren beide überrascht von der genialen Stimmung, die so früh am Abend alles andere als selbstverständlich ist. Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann auch weiter mit der nächsten Band und die Stimmung im Club wurde noch weiter angeheizt. Binnen Minuten war der ganze Raum am Feiern, Pogen und Singen. Es war einfach ein perfekter Abend in München. Die Leute, die Musik, die Stimmung – einfach alles hat an diesem Abend gepasst. Das ist die Geschichte wie ich “Straigthline” kennen gelernt habe.

Live

Ich war damals sofort hin und weg von der genialen musikalischen Ausrichtung der Band. Hier wird Skatepunk, Hardcore, Crossover und Metal zu einer wunderbaren Mischung verquirlt, die meiner Meinung nach bei wenigen Deutschen Bands zu finden ist. Bei den Live-Auftritten werden dazu immer mal wieder ganz kurze Lieder, die in Richtung Trash gehen, wortwörtlich durchgeboxt. Diese sind als Collection auf der “Sourcroud-EP” zu finden. Einige Schnappschüsse von Konzerten findet ihr unten, man kann an den Bildern schon erkennen, dass sich die Band auf der Bühne ordentlich austobt und für Stimmung sorgt. Inzwischen haben die vier Jungs Touren in Japan, Südamerika und England hinter sich, treten immer wieder in Deutschland auf und sind auch auf einigen, teils internationalen Festivals live zu sehen gewesen.

Die Alben der Band

Die Band hat mittlerweile sechs CDs veröffentlicht, darunter sind zwei EPs und vier Alben – die mir persönlich alle gefallen. Interessierte können sich die Musik der Band bei Bandcamp kostenlos anhören und/oder für einen kleinen Obolus kaufen. Eingehen möchte ich aber nur auf die letzten beiden Alben “Final Redemption” aus 2013 und “Vanishing Values” aus 2017. Beide Alben würde ich persönlich eher als “Melodic Punk” bezeichnen, da weniger Fokus auf Geschrei gelegt wird und die melodischen Parts definitiv hervorstechen.

Final Redemption

Allein schon das Cover des zweiten Full-Lenght-Albums finde ich persönlich sehr ansprechend und vor Allem das blaue Vinyl der Schallplatte macht Einiges her! Die CD selbst besteht aus zwölf Tracks, bei denen ich mich kaum entscheiden kann, welchen der Songs ich am liebsten mag. Die Lieder gehen alle schnell ins Ohr und wurden von einem Kumpel von mir, der die Band zum ersten Mal bei mir im Auto gehört hat, als ein “Ohrgasmus” beschrieben. Die Laufzeit von gut 40 Minuten halte ich bei einem Album dieses Genres für ordentlich, Preis Leistung ist sozusagen TOP! Die englischen Texte der Songs beschäftigen sich mit dem Leben im Allgemeinen, sind oftmals politisch angehaucht und können wohl je nach Altersgruppe und gesellschaftlicher Herkunft verschieden verstanden werden. Auf alle Fälle handelt es sich um durchdachte Lyrics, die gerne mal als Ohrwurm hängen bleiben.

Das Album beginnt ohne Intro mit einem etwas härteren Einsatz, sozusagen gibt es direkt auf die Schnauze. Der Gesang wechselt dabei ab und an zwischen harmonisch gesungenen Parts und Geschrei, dabei wird aber wohl immer darauf geachtet, dass beide Stilrichtungen ergänzend wirken. Insgesamt wird bei dieser CD allerdings mehr auf melodischen Gesang gesetzt und das Screaming tritt eher in den Hintergrund. Nur wenige der Songs beinhalten das Schreien, im Gegensatz zu älteren Alben. Speziell ansprechen möchte ich den elften Titel auf der CD: “Home”, hier wird ein wenig mit dem restlichen Stil gebrochen. Der Song ist etwas ruhiger und äußerst euphonisch – fügt sich dabei aber perfekt ins Gesamtbild des Albums und zeigt damit die Bandbreite an Möglichkeiten des Songwritings der Gruppe. Im Allgemeinen kann ich für jeden, der die Stilrichtung mag, eine bedingungslose Empfehlung der CD aussprechen, aber überzeugt euch selbst – dazu das Video zu “Won´t back down”:

Vanishing Values

Das neueste Werk der Band, dass im Februar 2017 veröffentlicht wurde, fängt ähnlich an wie das letzte Album. Wieder geht es knallhart und ohne Intro los – es gibt also wieder auf die Schnauze. Mit etwa 45 Minuten Spielzeit ist die CD etwas länger als die letzte, dafür sind aber zwei recycelte Songs aus älteren Veröffentlichungen sowie ein Cover von Pink Floyd mit auf der Tracklist. Die beiden älteren Lieder wurden allerdings neu eingespielt und bekommen damit einen neuen Touch. Bei beiden handelt es sich außerdem um meine Favoriten der jeweiligen Veröffentlichung und mir gefällt der neue, vielleicht etwas “weichere” Sound der Songs. In Sachen Stil hat sich zwischen den beiden Alben nicht viel getan, wie bei “Final Redemption” gehen die Lieder ins Ohr, der Gesang wechselt selten auf Geschrei und wem die oben beschriebene CD gefällt, der wird diese hier genau so mögen.

Auch hier gibt es wieder einen Track, der meiner Meinung etwas aus der Reihe fällt: “Take your Time” ist ein akustischer Titel, der sich aber auch wieder wunderbar in das Gesamtbild einfügt und die CD etwas auflockert. Hier blitzt vielleicht das Akustik-Projekt des Sängers der Band durch, das sich zwar noch im Anfangsstadium befindet, aber dennoch sehr gut klingt. Wer auf Akustik-Gitarre steht, kann sich die Veröffentlichungen von Bart Tadla bei Bandcamp anhören.

Auf alle Fälle bekommt diese “Vanishing Values” von mir auch wieder eine absolute “Anhörempfehlung”, für Fans des Genre und denen, die es werden wollen. Als kleiner Vorgeschmack dazu das Video zu “Generation Lost” – Viel Spaß dabei:

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag ein wenig unterhalten und euch eine relativ unbekannte Deutsche Band, die meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksam verdient hätte, vorstellen. Hört sie euch einfach mal an, kostet auch nix und vielleicht gefällt es ja dem Einen oder Anderen. Zum krönenden Abschluss dann noch ein Video zu einem älteren Song von der “Alteration of Rules” EP – Viel Spaß damit:

 

Von mir geht noch ein dickes Danke an die Band – Für das Bereitstellen der Bilder und den netten Kontakt. So macht Schreiben Spaß!

C-L

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Saibot Renppid
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Saibot Renppid

taugt!!

Tes Fackler
Gast
Tes Fackler

Super Musik!

Jan Sperl
Gast
Jan Sperl

Ola