Gedichte


 
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Hier findet ihr meine Gedichte.

Die englisch und deutsche Version unterscheiden sich dabei vollständig. Ein Umschalten lohnt sich.
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Weihnachtszeit - 04.12.2019

Es ist wie in einem Kindheitstraum,
Geschenke, Essen, ein Weihnachtsbaum.
Festlich wurde die Wohnung verziert,
es wird ausgepackt und ausprobiert.
In Kinderaugen reflektiert sich Kerzenlicht,
Freude steht geschrieben in jedem Gesicht.
Besonders schön ist's, wenn's draußen schneit,
man sitzt vor dem Holzofen, vergisst die Zeit.
Gemeinschaftlich wird der Abend verbracht.
Man ist dem Frieden nah, für eine Nacht.

Die nächsten Tage, wie jedes Jahr,
es wird alles so, wie es vorher war.
Schnee schieben nervt, die Straßen sind glatt,
ständige Müdigkeit, man fühlt sich schlapp.
Mit der Familie seit Wochen nichts gesprochen,
stattdessen zu Hause auf der Couch verkrochen.
Dann, kaum ist die Dekoration weggebracht,
vergisst man sie schon wieder, die Weihnacht.
Verdrängt ist die Stille und das Innehalten,
stattdessen wird vollends auf Alltag geschalten.

Doch während man so sitzt und darüber sinnt
wie man die gute Stimmung in den Alltag bringt,
da fällt einem nur eine Möglichkeit ein:
Wie zur Weihnacht sollte es öfters sein.
Ohne Geschenke, ohne Baum und Festmahl,
mehr gemeinsame Zeit, der Rest ist egal.
Familie und Freunde, es wird gelacht und gescherzt,
ohne gezwungenes Datum, ob Frühjahr oder Herbst.
So wie den einen Abend, so mehrere gestalten,
das sind echte Geschenke, gemacht zu behalten.


Die Wiederkehrer - 31.10.2019

Zwei Skelette vergraben unter Bäumen,
fingen an im Schlaf zu träumen.
Die weite Welt wollten sie erkunden
und sich rächen für die Wunden,
die ihnen einst den Tod gebracht,
Ende Oktober, in einer nebligen Nacht.

Hinterhältig hatte man das Liebespaar,
dass doch erst zusammengekommen war,
unter Vorwand in den Wald gelockt,
und totgeprügelt mit Schaufel und Stock.
Das war auf den Tag hundert Jahre her.
Der Mord interessierte jedoch niemand mehr.

Damals hatte sich schon keiner geschert.
Schnell hatte man sie für verschwunden erklärt.
Doch heute würden sie Vergeltung üben,
schlachten und töten, mit größtem Vergnügen.
So hörte man in der Dunkelheit einen Vogel krähen,
dann wussten die Toten: Zeit aufzustehen.


Das Märchenbuch - 27.10.2019

Der böse Wolf zum Mädchen kam
und es liebevoll in die Arme nahm.
„Oh du allerliebstes, kleines Kind,
geflüstert wurd‘ es mir, vom Wind.
Doch es war klar, der Tag wird kommen,
an dem das wirklich Böse hat gewonnen!“

Traurig hob Rotkäppchen den Blick nach oben
und spuckte lauthals auf den Boden:
„Manche sagen, es war ihnen klar,
doch für mich, war das unvorhersehbar.
Ding anzünden, das machen nur Idioten!
Eine solche Dummheit gehört verboten!“

Momentan kam der gestiefelte Kater herbei,
aufgeschreckt durch das laute Geschrei.
Er miaute und stieg ins Gespräch mit ein:
„Was ist denn los? Was soll denn sein?“
Rotkäppchen sofort in Tränen ausbrach
und dann mit zitternder Stimme sprach:

„Hast du es denn noch nicht gehört?
Unsere Welt wird bald zerstört!“
Doch der Kater wusste das nicht:
„Von wem zerstört? Ein Bösewicht?“
„Schlimmer!“ gab der Wolf zurück
„Bei diesem Feind, da hilft kein Glück!“

„Wer soll das sein?“, brachte der Kater vor.
Doch schrien plötzlich alle wie im Chor:
„Hey Rumpelstilzchen, wie geht es dir?“
„Seid bloß ruhig, bevor ich mich verlier!
Ihr wisst doch alle, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!“

Sogleich als Rumpelstilzchen vorbeigezogen
sprang der Kater im hohen Bogen.
Dazu fauchte er und stellte sein Fell:
„Klärt mich auf, jetzt aber schnell!“
Doch abermals kam wer dazwischen,
denn der Fischer kam vom Fischen.

„Wohin des Weges, alter Mann?“
fing Rotkäppchen zu reden an.
„Nach Haus zur Frau wird gegangen,
doch hab ich nur einen Butt gefangen
und ihn sofort im See entlassen.
Meine Frau wird mich wohl hassen.

Als sich der Fischer außer Sicht befand,
die kleine Gruppe noch zusammen stand.
Der Kater sprang umher, wie verrückt,
der Rest der Figuren wirkte bedrückt:
„Sagt mir jetzt, was ist denn geschehen!
Ich möchte eure Stimmung verstehen!“

„Halt doch mal still, nur für einen Moment!
Denn dann merkst du, dass unser Buch brennt!“
so schnauzte Rotkäppchen den Kater an.
Der gab zurück: „Was? Seit wann?“
„Hast du das denn nicht mitbekommen?
Schon einige von uns sind dabei umgekommen!“

„Zur Not geschlachtet wurde die goldene Gans!
Frag nicht, was man gemacht mit Eisenhans!
So erzählte Rotkäppchen Schritt für Schritt
von der Katastrophe, unter der das Buch litt.
Die kluge Else, Schneeweißchen und Rosenrot,
sie alle waren schon seit Stunden tot.

Doch selbst dem tapferen Schneiderlein,
fiel auf die Schnelle keine Lösung ein.
So standen die Figuren hilflos da
und warteten auf die Flammenschar.
Und nachdem einige Zeit war vergangen,
hatte das Buch vollständig Feuer gefangen.


Funkenflug- 20.10.2019

Ein kleiner Funke aus dem Feuer sprang
und zum goldenen Laub dann ran.
Dort tauchte er tief zwischen die Blätter,
allein deren Trockenheit war sein Retter.

Jedoch wäre dort der Funken,
ohne Frischluft beinahe ertrunken.
So atmete er hastig aus und ein
und vergrößerte sein Feuerlein.

Mit jedem Blatt das Feuer fing,
es dem Funken besser ging.
Er hüpfte, tanzte und sprang über,
auf das Haus zweier Brüder.

Die saßen hinten im Garten,
spielten am Lagerfeuer Karten.
Der Funke konnte dann, heimlich und geschwind,
hoch auf das Dach, mithilfe vom Wind.

Dann oben auf den alten Balken
gab es für den Funken kein Halten.
Stück für Stück verschlang er das Holz,
während er jeglichen Kunststoff schmolz.

Da bemerkte einer der Brüder den Rauch
und holte schnell den Wasserschlauch.
Doch inzwischen war der Funke mächtig
und der Wasserdruck zu schmächtig.

Der zweite Bruder rief die Feuerwehr,
die kam zwar schnell, doch tat sich schwer.
Der Funke schon das Haus umschloss
und die wohlige Wärme sehr genoss.

Er wollte nicht dem Wasser weichen,
sondern das Nachbarhaus erreichen.
Dort erkannte er leckere Buchenbretter,
die brannten gut bei trockenem Wetter.

Mit Anlauf versuchte er hinüber zu gleiten,
doch die Feuerwehr reagierte beizeiten.
Sie richteten das Wasser auf das Nachbarhaus.
und machten einem Teil des Funken den Gar aus.

Angepflaumt von der vernichtenden Art,
kam der Funke erst richtig in Fahrt.
Er suchte schnell nach Möglichkeiten,
um das Feuer zum Gasherd zu leiten.

Entlang eines Balkens und binnen Sekunden
hatte der Funken die Gasflaschen gefunden.
Neben dem Ofen stand ein solcher Tank,
gut versteckt unten im Holzschrank.

Zwar spritze das Löschwasser ins Haus,
doch der Funke machte das Beste daraus.
Er stärkte die Flammen um die Flasche
und ihr Holzkäfig wurde zu Asche.

Langsam sich das Metall verbog,
dann die Flasche in die Luft flog.
Während draußen jeder zur Seite wich,
im Haus der Funke, der freute sich.


Liebe und Eifersucht- 13.10.2019

Liebe kommt und Liebe geht.
Liebe stirbt und Liebe besteht.
Liebe hilft über schlechte Zeiten,
und kann eben diese bereiten.
So wird Liebe manchmal verborgen,
denn manchmal bringt die Liebe Sorgen.
„Was macht er und wo bleibt sie?“
So kurbeln Gedanken an der Fantasie.
Bei manchen so eine Spirale entsteht.
Führt sie ins Dunkle, gehört sie gedreht.
Denn wenn Liebe mit Eifersucht kämpft,
nur wenig Misstrauen die Liebe stark dämpft.
Doch hilft nur Liebe aus dieser Dunkelheit,
weil nur die Liebe einem das Licht zeigt.

Herbstgedanken- 21.09.2019

Sie räkeln sich in leiser Briese,
lassen sich fallen auf die Wiese.
Sie färben Stück für Stück den Boden,
während sie mit dem Wind toben.

Nebenbei tauchen sie die Welt
in schöne Töne aus Rot und Gelb.
Die Blätter erstrahlen in goldenem Licht
dass sich in den vielen Baumkronen bricht.

Dazu legt sich der Nebel über die Natur
und man findet Kastanien in weiter Flur
Die Pilze beginnen munter zu sprießen,
während sich Igel ihr Quartier erschließen.

Der Herbst ist schon eine schöne Zeit,
es dauert nicht lange, bis es schneit.
Doch für mich steht eines klar dahinter:
Ich muss hier weg, es wird Winter.

Der Tod und das Mädchen- 27.08.2019

Jeden Abend sprach der Tod vom Leben,
als würd´s für ihn nichts anderes geben.
Er redete vom Herzschlag und dem Atem,
den er zerstörte, mit seinen Taten.

Frustriert sühnte er das Leben nehmen
und schnitt sich selbst tief in die Venen.
Es tropfte erst, verfärbte rot,
doch half es nicht in seiner Not.

Denn morgens öffnete er wieder die Augen,
um weiter als Tod das Leben zu rauben.
So verbrachte der Kapuzenmann Tag um Tag
und wünschte sich selbst in seinen Sarg.

Ihm anfangs gesagt, hatte keiner so recht,
dass er weniger war, als jeder Knecht.
Nicht tot und doch weit weg vom Leben,
was konnt‘ es denn grausameres geben.

Abschlachten und Auslöschen, das musste er sie,
lange Zeit waren für ihn die Menschen wie Vieh.
Doch die letzten Jahre hatten ihn gewandelt,
früher hatte er aus Überzeugung gehandelt.

Dann kam dieses Mädchen, nur sieben Jahre,
täglich dachte er an ihre blonden Haare.
Sie war gesund, fröhlich, sang gut und gerne,
und dennoch schickte er sie in die Sterne.

Eine Kleinigkeit legte er in ihren Weg,
damals beim Weiher, auf dem Steg.
Sie stolperte, schrie und fiel ins Nass.
Als man sie fand, war sie blau und blass.

Seine Hinterhältigkeit konnte er nicht mehr verstehen,
als er das Mädchen beobachtete, beim Untergehen.
Verschwinden wollte er, verschollen bleiben,
und wie der Körper im Wasser treiben.

Ab diesem Tag hatte der Tod ein neues Spiel.
Bis abends durchhalten war das einzige Ziel.
Er kämpfte innerlich, um seine Arbeit zu tun.
Manche Seelen mussten schließlich ruh’n.

Denn bei manchen war seine Arbeit von Nöten,
einer musste die Kranken und Schwachen töten.
Doch dieses Kind, es blieb ihm im Kopf,
die blauen Augen, der blonde Zopf.

Wenn er schlief, dann träumte er über sie,
war er wach, war sie in seiner Fantasie.
Wie sich kein Mensch ihm entziehen vermochte,
war es das Mädchen, das ihm den Geist zerkochte.

Ihr Tod war freiwillig, das wusste er.
Es war sein Willen, das machte es schwer.
Sie starb, um nie gelebt zu haben,
das brachte den Tod zum Verzagen.

Er allein hätte sie verschonen können,
doch wollt‘ er ihr das Leben nicht gönnen.
Zu groß waren sein Hass und der Neid,
auf ihr Lachen und die Unbeschwertheit.

Gesehen und beschlossen, binnen Sekunden.
In ihr hatte er ein neues Opfer gefunden.
Was diese Tat jedoch mit ihm gemacht,
darüber hätte er sich früher totgelacht.

Er hatte Heere vollständig vernichtet,
den Nachwuchs ganzer Generationen gelichtet.
Mehr Tote als ein Lebender zählen kann.
Dann kam dieser verwunschene Gesang.

Gelegentlich summte er die Melodie,
der das Mädchen seine Stimme lieh.
Er hatte unzählige Schreie in seinen Gedanken,
aber ein dummes Lied brachte ihn ins Wanken.

Abends hatte er es wieder satt mit sich zu Hadern
und trieb abermals die Klinge in seine Adern.
Es tropfte und spritzte, mit jeder weiteren Wunde,
er stöhnte und hoffte auf seine letzte Stunde.

Doch nach der Nacht setzte seine Atmung wieder ein
und es brach ein neuer Tag voller Gewalt herein.
Vernichten, Ersticken, Massakrieren und Morden,
es bereitete ihm schon in den Morgenstunden Sorgen.

Doch was er auch tat, es war zum Schreien.
Er konnte sich nicht aus seiner Lage befreien.
Über die Jahre hatte er vieles versucht,
doch war sein eigenes Ableben wie verflucht.

Erhängt, verblutet, von der Klippe gesprungen,
sich einmal selbst erschossen, notgedrungen.
Doch nichts davon schien Wirkung zu haben,
nach nur einer Nacht blieben nicht einmal Narben.

Nur wegen eines Kindes fühlte er sich schlecht.
Dabei waren seine anderen Taten alle gerecht.
Doch dieses eine Mädchen, er wollte sie sehen,
um vor ihr zu knien und um Vergebung zu flehen.

Tagaus und tagein dachte er an die Kleine,
besonders wenn er in die Sterne starrte, alleine.
Dort suchte er nach einer Möglichkeit,
die ihn vielleicht von seiner Schuld befreit.

Doch unfähig sich selbst seine Tat zu verzeihen,
wollte in ihm ausschließlich Kummer gedeihen.
Er wähnte und grübelte eine lange Zeit…
…und irgendwann wurde dies seine Ewigkeit.

Feuer - 14.08.2019

Jedes Feuer reinigt nicht nur, sondern wärmt.
Darum manch einer von den Flammen schwärmt.
Jedoch nutzt das Feuer sein ungewöhnliches Talent,
während es seine eigene Grundlage niederbrennt.

Kälte verdrängen, während es zerstörerisch wirkt.
Zu erhellen, obwohl es manche Gefahren birgt.
Schwarze Erde und Tod hinterlässt es gern,
doch ist der Anfang nach dem Ende nicht fern.

So steht Feuer oftmals für den Neuanfang,
obwohl es sich zum Ende hin selbst verschlang.
All seine Ressourcen hatte es vernichtet
und so über sein eigenes Schicksal gerichtet.

Doch aus dem brachen Land, das es hinterlassen,
können alle Lebewesen neue Hoffnung fassen.
So dauert es höchstens eine kurze Zeit
und der Boden ist für neues Leben bereit.

Die Menschheit kann so viel durch das Feuer verstehen,
doch das, muss jeder Mensch selbst sehen.
Noch fachen die Menschen selbst ihr Feuer an.
Doch wenn die Ressourcen zu Ende sind – was dann.


Synonyme - 07.08.2019


Mit genügend Imagination
findet man seine Inspiration.
Daraus entsteht die Realisation.
Diese bestimmt bei den Taten den Ton.

Mit ausreichend Einbildung
erfährt man eine Eingebung.
Diese führt zur Realisierung.
Von allem ist sie wohl der Ursprung.

Synonyme sind austauschbar und schlicht.
Die gleiche Bedeutung, aber irgendwie auch nicht.
So sind bekommen und kriegen
in geübten Augen verschieden.


Der Horizont - 04.08.2019


Ein Horizont ist irgendwie auch nur ein Strich,
doch wenn man auf ihn zuläuft, entfernt er sich.
Geht man jedoch zurück, mit jedem Schritt
folgt er wie ein Schatten und läuft einfach mit.
Dreht man sich um, ist ein anderer Horizont zugegen.
Es scheint, als würde er einen vollständig umgeben.
Schaut man ihn durch ein Fernglas an,
ist man ihm zwar näher doch nicht näher dran.

Er grenzt den Himmel ab von der Erde.
Bunt gefärbt sorgt er für Atmosphäre.
Die Sonne scheint er abends zu verschlucken,
nur um sie am Morgen wieder auszuspucken.
Im Dunkeln ist er näher oder gänzlich verschwunden,
wo geht er wohl hin, in den düsteren Abendstunden.
Irgendwie ist ein Horizont mehr als ein Strich,
oftmals nur eine Linie, dennoch unvergleichlich.

Das Seil - 01.08.2019


Er wollt´ ein Seil von mir
und ich dacht´ mir nichts dabei.
Dacht´ er entwurzelt einen Baum,
bindet sein Pferd fest am Stall.
Nie hätte ich gedacht,
was er wirklich damit macht.
Schau´n wollt ich nach einer Woch´
und fand ihn hängend hoch im Baum.
Warum er mein Seil dazu wollt´
frag ich mich jede Nacht.
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