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UK: London

Warum eigentlich London?

Von Ende Januar bis etwa Mitte März wohnten Tes und ich im schönen London. Leider ging dann das Arbeitsverhältnis mit unserem gemeinsamen Arbeitgeber in die Brüche und es trieb uns wieder in die Heimat. Trotz dem unschönen Ende war die Zeit in London unvergesslich und ich möchte euch hier ein paar Eindrücke der Stadt geben. Schließlich ist sie auch die Kulisse für mein erstes Buch. Dabei habe ich die Erzählung an die realen Schauplätze der englischen Hauptstadt angelehnt bzw. auf die Schauplätze aufgebaut. Ihr könnt jeden der Orte, die ich im Buch beschreibe, wirklich besuchen und viele Bruchstücke aus meiner Erzählung sind dem wahren Londoner Leben entnommen. So saßen wirklich beinahe täglich Möwen vor unserer Wohnung und zerlegten die Müllbeutel auf der Straße.

Camden – mein liebstes Viertel

Gewohnt haben wir damals relativ zentral in einer Ein-Zimmer-Wohnung in der Nähe der bekannten High Street in Camden. Ich habe es geliebt dort zu wohnen! Sobald wir vor die Tür getreten sind, waren wir quasi mitten im Geschehen. Wie im Buch erwähnt, sind hier wirklich immer irgendwelche Künstler auf der Straße tätig – wie an so vielen anderen Plätzen überall in der Stadt. Man kann Musiker, Zauberer und Akrobaten beobachten. Wie überall gibt es Bessere und Schlechtere, aber jede Aufführung ist es wert einen Blick zu riskieren! Außerdem gibt es unzählige Pubs und Konzert-Locations, in denen Bands oft für umsonst spielen.

Der Camden Market

Bis zu dem erwähnten Camden-Market, der für mich zu den schönsten Orte der Stadt zählt, hatten wir etwa zehn Minuten zu laufen. Man kann sehr lecker Essen und dabei aus einer großen Auswahl verschiedenster Spezialitäten aus allen Ländern wählen. Zudem gibt es viele kleine Läden für Klamotten, Musik, Schmuck und allerhand künstlerische Boutiquen. Den im Buch beschriebenen Bratwurststand gibt es allerdings nicht, dafür stimmt jedoch das Motto des Marktes mit dem im Buch überein. In unserer Zeit in London waren wir relativ häufig auf dem Market. Entweder um zu Essen oder einfach nur zum Schlendern. Hier ist auch eine Statue der berühmten Amy Winehouse zu finden – die ich natürlich vergessen habe zu fotografieren. Laut einem Taxifahrer ist sie dadurch berühmt geworden, dass sie in den umliegenden Pubs ordentlich getrunken und dann spontan auf dem Markt gesungen hat. Ob das wirklich stimmt – keine Ahnung! Eine coole Story ist es aber definitiv.

Neben dem Camden Market möchte ich noch auf die anderen Schauplätze aus meinem Buch eingehen. Wir waren zum Beispiel wirklich im „Kyoto Garden“ und die genannte Kirche, die zu einem Park umgebaut wurde, nennt sich „St. Dunstan in the East.“ Sie ist circa zehn Minuten zu Fuß von der „Tower Bridge“ entfernt und eignet sich perfekt, um kurz den touristischen Trouble zu entkommen. Ich habe euch einige Galerien erstellt, in die ich Bilder von vielen Orten Londons bunt durchgemischt habe, damit es nicht langweilig wird.

St. Dunstan in the East

St. Dunstan in the East wurde im 13. Jahrhundert erbaut und von den Deutschen im zweiten Weltkrieg zerbombt. Dabei blieb leider nur der Kirchturm und die Grundmauern stehen. Heutzutage wird der Turm als ein Zentrum für Alternativmedizin genutzt. Erst im Jahr 1970 wurde die zerstörte Kirche zu einem Park umfunktioniert. Dieser taucht inzwischen als Geheimtipp unter Londoner Touristen auf, im Allgemeinen ist er aber, vor allem am Wochenende, eher verlassen. Wie ich den Park im Buch beschreibe, entstammt zu großen Teilen meiner Fantasie. Wir waren damals Anfang März vor Ort und von blühenden Blumen oder Bäumen war zu dieser Jahreszeit wenig zu sehen. Trotzdem war es eine schöne Attraktion, die ich definitiv weiterempfehlen kann. Der Namenszusatz „in the East“ hilft übrigens bei der Unterscheidung zur anderen, nach Dunstan von Canterbury benannten Kirche: „St. Dunstan in the West.“

Eine weitere erwähnenswerte Kirche ist „St. Martin in the Fields.“ Sie liegt sehr Nahe am Trafalgar Square und ist es wert, ein paar Minuten von seinem eigentlichen Weg abzukommen. Mich persönlich hat vor Allem das geschwungene Fenster hinter dem Altar fasziniert. Ansonsten ist das Gebäude, aufgrund seiner Akustik, bekannt für Konzertveranstaltungen.

Der Kyoto Garden

Der Kyoto Garden ist ein kleiner Teil des bekannten Holland Park. Der Garten wurde erst 1992 als Dank für das ausgetragene „Japanische Festival“ in London gebaut und war ein Geschenk der „Chamber of Commerce and Industry“ in Kyoto. Er verfügt über einen Koi-Teich und man kann frei lebende Pfauen in dem Garten antreffen. Diese huschen einfach durch die Besucher oder verstecken sich auf Bäumen. Ich für meinen Teil wusste nicht einmal, dass die Tiere das können. Ansonsten kann man hier, wie im Buch beschrieben, wirklich Eichhörnchen füttern. Sie sind sehr zutraulich und lassen sich (für einen Schnappschuss) auch mal mit einer leeren Nuss anlocken.

Die Besten Märkte in London

Ansonsten haben wir natürlich alle bekannten Touristen-Spots besucht: Die Tower Bridge, den Big Ben, Westminster Abbey, das London Eye usw… Auf diese Bauwerke möchte ich hier aber gar nicht erst eingehen – darüber kann man im Internet mehr als genug finden. Ich möchte euch stattdessen zum Beispiel den Borought Market empfehlen. Hier kann man gemütlich schlendern und sich etwas köstliches zu Essen holen. Ähnlich wie auf dem Camden Market, allerdings kleiner, meiner Meinung nach ruhiger und mehr auf Essen spezialisiert. Hier gibt es auch wirklich deutsche Bratwürste zu kaufen, die, nach einigen Wochen in England, eine echt schöne Abwechslung sind! Da ich im Buch einen Job für Tom benötigte, hab ich mich sozusagen von dieser Bratwurst inspirieren lassen, obwohl der Text Monate nach unserem Besuch verfasst wurde – aber es hat einfach so schön gepasst.

Wenn wir gerade bei Märkten sind: Der Convent Garden ist auch zu empfehlen. Hier kann man zwar auch etwas Essen, das Gewusel auf dem Markt gilt aber eher den Shopping-Möglichkeiten. Angefangen bei handgefertigten Kerzen über Taschen bis hin zu wunderschön verarbeiteten Steinen kann man alles Mögliche erstehen. Wenn jemand ein cooles Souvenir aus London benötigt –  das wäre für mich die erste Anlaufstelle.

Greenwich Market und Cutty Sark

Und als letzte Variante – wenn es um Märkte geht – kann ich noch den Greenwich Market empfehlen. Er ist in der Nähe der „Cutty Sark“, einem 1869 fertig gestellten und 1954 auf einem Trockendeck ausgestelltem Schiff. Dort angekommen, wurde mir erst einmal die enorme Größe Londons bewusst. Wir brauchten eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, um „so weit weg“ von der Innenstadt zu sein…in Wirklichkeit befindet man sich aber noch mitten drin im Dschungel dieser Stadt. Auf alle Fälle waren hier weit weniger Touristen unterwegs und vor Allem auf dem Markt konnte man sich ungestört bewegen. Grob ist er in zwei Bereiche unterteilt: Es gibt entweder etwas zu Essen oder viele kleine Shopping-Möglichkeiten. Außerdem ist es etwas billiger als mitten in der Innenstadt und es  umgibt einen ein anderes Flair als der „Inner-City“ Bereich. Der Besuch war für mich definitiv die Stunde Fahrt wert!

Die Museen Londons

Da es in London doch recht häufig regnet und unsere Wochenenden im Februar und März eher selten von Sonnenschein gekrönt waren, verbrachten wir unsere Sams- und Sonntage oft in Museen. In ganz England ist der Eintritt in öffentliche Museen übrigens frei, nur für Sonderausstellungen wird um Geld gebeten.

Meine Favoriten unter den Museen waren das British Museum, das National History Museum und noch ein besonderes Schmankerl, das nichts für schwache Gemüter ist: Das Hunterian Museum. Aus Erzählung weiß ich, dass das Science Museum noch sehr gut sein soll. Ich kenne allerdings nur das Pendant in Boston, MA.

Das British Museum ist eine Kollektion aus Exponaten von überall auf der Welt und aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte. Insgesamt verfügt das Museum über 8 Millionen Ausstellungsstücke und ist in die verschiedensten Abteilungen aufgeteilt. Hier geht es von Frühester Geschichte über Ägypten zu den Römern bis nach Asien und Afrika. Von der ägyptischen Ausstellung war ich sogar mehr begeistert als vom ägyptischen Museum in Kairo! In wenigen Wörtern gesagt: Es ist eines der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen der Welt und für Menschen, die gerne Museen besuchen, sehr zu empfehlen. Allein die große „Aula“ mit dem beeindruckenden Kuppeldach ist es wert, einen Blick in das Museum zu werfen.

Das National History Museum besitzt etwa 70 Millionen Exponate und ist eines der größten naturhistorischen Museen der Welt. Besonders beeindruckend fand ich hier das lebensechte Skelett eines Blauwals und die Möglichkeit, ein simuliertes Erdbeben zu erleben. Auch sonst fand ich die Ausstellung sehr interessant, vor Allem die ausgestellten Meteoriten und vielen Edelsteine sind meiner Meinung nach schön anzusehen. Für einen verregneten Samstag ist das Museum ideal, allerdings sollte man darauf achten möglichst früh vor Ort zu sein. Gerade am frühen Nachmittag explodieren die Besucherzahlen förmlich, was zu einer langen Schlange am Eingang führen kann.

Das Hunterian-Museum – grenzwertig aber interessant

Als letztes möchte ich noch auf das etwas ungewöhnliche „Hunterian Museum“ hinweisen – allerdings ist es bis 2020 geschlossen, da das Gebäude saniert wird. Auf alle Fälle ist es ein kostenloses Museum, dafür gezahlt hätte ich vermutlich auch nicht. Man muss sich nur am Eingang anmelden und bekommt einen „Visitor“-Anstecker. Das Museum selbst ist Teil des „Royal College of Surgeons of England“ (Berufsverband der Chirurgen Englands) und umfasst Exponate aus den letzten zweihundert Jahren medizinischer Geschichte – speziell der Chirurgie. Man kann hier einige makabere Dinge entdecken und einige der Ausstellungsstücke sind nichts für Zartbesaitete. So findet man Babyföten vom ersten bis zum neunten Monat, fein säuberlich in Formaldehyd eingelegt. Außerdem gibt es amputierte Affenköpfe, aufgeschnittene Katzen und missgebildete Tiere aller Art. Für jemand mit medizinischem Hintergrund handelt es sich wohl um eine Fundgrube des Wissen – mir persönlich hat es nach einer Stunde gereicht. Ich möchte das Museum aber nicht in den Dreck ziehen! Es ist sehr informell gestaltet und auch interessant, allerdings einfach nicht meine Welt. Für Andere, kann es ein Geheimtipp sein – das ist auch der Grund warum ich darüber schreibe.

 

Ich hoffe, ich habe mit diesem Beitrag euer Interesse an London geweckt. Es handelt sich wirklich um eine sehr schöne Stadt voller netter Menschen und ich kann nur empfehlen, mal ein paar Tage dort zu verbringen! Während unserer nächsten Reise lernten wir Marokko besser kennen. Mehr über das Königreich und seine Städte findet ihr in den nächsten Beiträgen. Wir starteten damals in Agadir.

 

C-L

 

 

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Schöne Bilder passend zu den Buchschauplätzen, toll!

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