Ungarn – Budapest

Bewusst Leben 15: Werbung
16. September 2018

Ungarn – Budapest

Buda und Pest

Nachdem wir einen kurzen Besuch in Rumänien absolviert hatten, verbrachten wir noch ein paar Tage in Ungarns Hauptstadt Budapest. Die 1,7 Millionen Einwohner Metropole bestand früher aus zwei Städten, jeweils westlich bzw. östlich der Donau gelegen. Eine davon hieß Buda, die andere Pest. Bekannt ist die größte Kurstadt Europas unter anderem für ihre Badehäuser und Thermalquellen. Bei geotektonischer Betrachtungsweise liegt die Stadt übrigens auf einer Bruchstelle der Erdplatten. Darum ist die Stadt (besonders Buda) reich an heißen Quellen, die schon von den Römern im zweiten Jahrhundert genutzt wurden. Insgesamt gibt es in der Stadt über 120 Quellen, deren Wasser in 21 Bädern zur Verfügung gestellt wird.

Wir haben unsere Zeit damit verbracht die Innenstadt zu erkunden und uns einen Überblick über die zahlreichen historischen Bauwerke zu verschaffen. Besonders bei Nacht beeindruckt die beleuchtete Architektur. In den Galerien findet ihr dazu einige Schnappschüsse:

Das ungarische Parlament

Insgesamt wurde 19 Jahre (1885 – 1904) am ungarischen Parlament gebaut. Das Gebäude zählt zu den größten der Welt und hat eine Länge von 268 Meter. Es beherbergt 10 Innenhöfe, 13 Aufzüge, 27 Eingänge, 29 Treppenhäuser und 691 Räume. Die Außenmauern werden von 365 Türmchen verziert, die an dem imposanten Bauwerk allerdings kaum auffallen. Nachts wird das Gebäude in Licht getaucht und bietet eines der schönsten Fotomotive in Budapest. Ein ungarisches Sprichwort besagt, dass das britische Parlament vielleicht größer ist als das Budapester, dafür ist das ungarische Parlament das schönste Europas. Dem kann ich zustimmen!

Wir haben uns die Zeit, um das Parlament von innen zu sehen, leider nicht genommen. Nebenbei bemerkt: Beim Eintrittspreis wird unterschieden in EU und Nicht-EU Bürger. Die erstgenannten zahlen 2400 HUF (8 Euro), die zweiten ganze 6000 Forint. Meiner Meinung nach ist dieses System idiotisch, aber wir haben in Ungarn einiges in Sachen „Geld aus Touristen leiern“ erlebt. Jeder Klo-Gang, jede Scheibe Brot und jedes noch so kleine Extra wurde uns berechnet. So mussten wir zu einer kalten Platte mit Wurst, Käse, etc. das Brot (und den nötigen Nachschlag) extra bezahlen, ärgerlich. Auch haben die Ungarn ihr Trinkgeld generell in der Rechnung mit einkalkuliert. Ob der Service also gut oder schlecht war, kann dem Kellner relativ egal sein.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Stadt hat für Architektur-Enthusiasten viel zu bieten. Allein in der Innenstadt befinden sich neben dem Parlament, die Fischerbastei, die St. Stephans Basilika und der Kettenbrücke noch viele beliebte Anziehungspunkte für Touristen. Menschen, die gerne zu Fuß unterwegs sind, brauchen für den Großteil des Sightseeing also kein Busticket oder ähnliches. Eine Einzelfahrkarte mit dem Bus kostet übrigens 450 HUF und sollte vorab gekauft werden oder mit passendem (!) Geld beim Busfahrer bezahlt werden – ansonsten fährt man kostenlos, wir zumindest.

Neben den ansprechenden Gebäuden finden man in Budapest äußerst viele Statuen.  Angefangen bei der „kleinen Prinzessin“ über den „dicken Polizisten“ und entlang der „Schuhe an der Donau“ bis hin zu Ronald Reagon und dem Maler Ignac Roskovics – es gibt unzählbar viele Denkmäler in der Hauptstadt Ungarns. Meiner Meinung nach haben die Schuhe am Donauufer den bemerkenswertesten Hintergrund: Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort Juden zusammengetrieben und erschossen. Um die 3000-3500 Juden haben so ihr Leben verloren. Fotos einiger dieser Skulpturen findet ihr in den Galerien, die etwa 50-60 Schuhe sind allerdings nicht dabei. Die habe ich vergessen zu fotografieren.

Zur Entspannung lohnt sich ein Ausflug auf die Sziget-Donauinsel, auf der jedes Jahr im August das berühmte Sziget-Festival stattfindet. Dort findet man Natur und Ruhe, ein paar Musikbrunnen mit Wasserspielen und viele Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen. Unweit von der Insel befindet sich das Lukács Thermalbad, das wir den bekannteren Pedanten bevorzugt haben. Es ist zwar nicht so prunkvoll wie (laut Bildern) die anderen sind, dafür waren wir beinahe die einzigen Touristen und es war wenig los. Das Wasser ist angereichert mit verschiedensten Inhaltsstoffen, den Vulkanquellen in Papallacta steht es aber in etwas nach. Angenehm und empfehlenswert war der Aufenthalt trotzdem!

Die Preislage

Wir haben für drei Nächte in einem unspektakulären Hotel in der Innenstadt knapp 100 Euro bezahlt. Dafür hatten wir ein Zimmer mit zwei Zimmern (also viel Platz) und einem integrierten Bad. Meiner Meinung nach ist der Preis gerechtfertigt. Speziell, wenn man sich die Lage vor Augen ruft. Beim Essen ist mir aufgefallen, dass (zumindest in der Touristenzone) die Ungarn jeden Cent aus den Kunden quetschen wollen. Der Kaffee und das Essen sind nicht gerade teuer, die Getränke im Vergleich allerdings schon. Auch werden Kleinigkeiten generell extra berechnet und sich das Trinkgeld selbst auf die Rechnung gesetzt.

In Ungarn sind etwa 10-13 Prozent Trinkgeld normal, auf manchen Rechnungen findet man allerdings auch 20-25 Prozent, von denen auf der Speisekarte nie die Rede ist. Wir haben aber auch das exakte Gegenteil erlebt, als wir kein passendes Geld hatten und daher nur zahlen mussten so viel wir konnten. Zum Essen in einem Restaurant haben wir immer etwa 20-30 Euro ausgegeben, allerdings haben wir die meiste Zeit in der Altstadt und damit bei teureren Läden verbracht. Die Eintrittspreise in die einzelnen Sehenswürdigkeiten liegen meistens zwischen drei und zehn Euro, was meiner Meinung nach auch passt.

Im Allgemeinen hatten wir schöne Tage in Ungarn und werden das Land bei Gelegenheit für längere Zeit bereisen. Ich mochte speziell die Art der Ungarn und das Essen, dass zwar etwas fettig ist, aber köstlich schmeckt. Außerdem hat uns die Fahrt nach Budapest ein paar Eindrücke der Landschaft und einiger Städte gegeben, die definitiv interessant aussahen. Nach Ungarn sind wir übrigens nach Spanien geflogen – Vinaros, Teil 2.

 

 

C-L

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