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Spanien: Vinaros

Vinaros

Während unseres Housesittings haben wir etwa 15 Kilometer entfernt von Vinaros (30.000 Einwohner) gewohnt. Unsere Finca stand drei Kilometer vom nächsten Dorf entfernt, mitten im Orangen- und Oliven-Anbaugebiet. Der nächste Nachbar war einige hundert Meter entfernt und wir konnten eine außergewöhnliche Ruhe genießen. Vor Allem nachts war die wenige Lichtverschmutzung deutlich bemerkbar und brachte die schönsten Sternenhimmel des Winters hervor.

Vinaros bietet, außer einem schönen Strand und einer bezaubernden Innenstadt, relativ wenig für Touristen. Als berühmtestes Wahrzeichen ist vermutlich die Stierkampfarena zu nennen. Ansonsten gibt es einen Markt, über den man schlendern kann, unzählige Cafes, Bars und Restaurants und das ein oder andere ältere Bauwerk.

Als sehenswert lässt sich die „Arxiprestal de l’Assumpció“ bezeichnen. Dies ist eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die im Stadtzentrum zu finden ist. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Karneval, der an die brasilianische Variante erinnert. Zudem gibt es ein Fest namens „Nit del Pijama“, bei dem die Anwohner in Schlafanzügen und Pyjamas durch die Straßen laufen. Live haben wir leider keines dieser Feste erlebt, sondern nur durch Erzählungen davon erfahren. In der folgenden Galerie findet ihr einige Schnappschüsse aus Vinaros und Umgebung:

Peniscola

Etwa 25 Kilometer von Vinaros entfernt liegt Peniscola. Die Stadt hat zwar nur 7.000 Einwohnern, allerdings ist sie als Urlaubsziel dermaßen beliebt, dass während der Saison bis zu 150.000 Menschen in der Stadt verweilen.

Die Geschichte der Stadt reicht bis ins Jahr 1000 vor Christus zurück. Heutzutage ist davon allerdings kaum noch etwas zu erkennen. Die heutige Altstadt ist in etwa auf das 14. Jahrhundert zu datieren. Die Burg auf dem 64 Meter hohen Felsen wurde zwischen 1294 und 1307 auf einer alten arabischen Alkazaba errichtet. Der Papst Luna ließ dann im Jahr 1411 die Burg zu einem päpstlichen Palast umbauen. Ihm ist auch eine Statue gewidmet, die bei Berührung Glück bringen soll. Dies kann man alles für den geringen Eintrittspreis von 2,50 Euro selbst erleben. Im Übrigen gehört die Burg zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Spaniens. Die alten Gässchen und das Flair, dass die Wehranlage umgibt, erinnert dabei an Chefchaouen in Marokko.
Wer von dem Schloss und dem Trouble genug hat, kann sich mit dem angelegten Naturpark „Sierra de Irta“ beschäftigen. Hier findet man unberührte Natur, Ruhe und einsame Buchten.

Das kommt mir Spanisch vor?

Die Spanier haben einige ungewöhnliche Angewohnheiten, die einem erst auffallen, wenn man sie erzählt bekommt. So bezahlt der durchschnittliche Spanier seine Strafzettel möglichst nie. Schließlich werden die Strafen nicht dem Fahrer, sondern dem Auto zugeordnet. Jedes Kraftfahrzeug bekommt nur einmal Kennzeichen, im Gegensatz zum Deutschen Standard. Diese Kennzeichen bleiben beim Verkauf unverändert am Auto. Wer sich also einen fahrbaren Untersatz zulegen möchte, sollte vorab bei der Polizei nachfragen, ob und wie hoch die angehäufte Last an Strafzetteln ist. Dementsprechend wird dann der Verkaufspreis verringert.

Wer sein Haus in Spanien unbewacht stehen lässt, kann große Probleme bekommen: Sollte jemand in das Haus einbrechen und dort für mehr als 72 Stunden wohnen bleiben, wird diese Person gesetzlich (!) vom Einbrecher zum Bewohner, ein sogenannter „Okupas“. Für mich war das eine unvorstellbare Situation, die aber wirklich der Realität entspricht. Mittlerweile werden allerdings die Gesetze geändert. Bis dato war der Bewohner eines Hauses stärker geschützt als der Eigentümer. Einen unliebsamen „Mieter“ aus dem Haus zu bekommen hat daher Monate bis Jahre gedauert und war mit hohen Aufwand verbunden. Nach der Gesetzesänderung soll das innerhalb von „nur“ drei Wochen möglich sein.

Sonstige Kleinigkeiten

Neben diesen Ungereimtheiten sind mir viele Dinge aufgefallen, die irgendwie neben der Spur laufen: Straßenschilder, wo keine Straße ist; Radwege die nach einer Kurve in Mülltonnen enden; Fahrbahn-Veränderungen, die niemanden interessieren – es wird gefahren, wie bisher. Egal, ob man dabei über frisch angelegte Grünflächen brettert. Dies sind nur ein paar Beispiele, die den Ausdruck: „Etwas kommt mir Spanisch vor“ untermauern.

Ansonsten sind die Spanier ein liebenswertes und entspanntes Völkchen, solange man sie während der Fiesta in Ruhe lässt. Übrigens wird in Katalonien keine Fiesta gehalten. Dort arbeiten die Leute auf die „gewöhnliche“ Art, mit nur einer Stunde Mittagspause. Im Rest des Landes kann sich die Fiesta gerne über zwei bis drei Stunden ziehen.

 

Auf alle Fälle hatten wir einen sehr schönen Aufenthalt in Spanien und werden das Land im Herbst wieder besuchen. Dann werde ich diese Beiträge um neues Material erweitern. Bis dahin, viel Spaß beim Lesen. Die anderen Berichte über Spanien handeln von Girona, Vinaros und Peniscola sowie Valencia. Die Artikel dürfen natürlich gerne geteilt werden. Ich freue mich über Kommentare und natürlich auch über jede Spende.

 

C-L

 

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