Marokko: Roadtrip zur Sahara – Merzuga

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Marokko: Roadtrip zur Sahara – Merzuga

Ein geführter Trip – besser als gedacht!

Um von Fes nach Marrakesch zu kommen, tätigten wir einige Überlegungen: Mit dem Zug oder Bus die Küste entlang nach Süden – zu zeitaufwendig; ein Auto mieten und selbst fahren – zu teuer. Wir beschlossen also, uns einen geführten Trip nach Marrakesch zu buchen. Dieser dauerte drei Tage bzw. zwei Nächte und beinhaltete das Abholen an unserer Unterkunft in Fes, die Fahrt nach Merzuga, eine Übernachtung im Hotel in Merzuga (inklusive Abendessen und Frühstück), einem Kamelritt in die Sahara, die Übernachtung in derselben (natürlich auch mit Abendessen und Frühstück) sowie die Fahrt nach Marrakesch – wo wir direkt vor unserem Hotel verabschiedet wurden. Das Alles zum Preis von 150 Euro pro Person. Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung und ich kann diesen Trip nur empfehlen!

Irgendwo unterwegs

Auf der Fahrt hielten war an einigen Schauplätzen an, um Fotos zu schießen. Unser Fahrer Rachid war eine kleine Stimmungsgranate, mit dem ich mich die ganze Fahrt über unterhalten habe. Er tat alles, damit wir zufrieden waren. Zum Beispiel wollte ich unbedingt „Kasbah Aït-Ben-Haddou“ sehen – er fuhr dafür einen Umweg von einigen Kilometer und war sogar bereit, unseren Trip um einige Stunden zu verlängern – damit ich die Führung mitmachen konnte. Ich habe aber dankend abgelehnt.

Im Dades-Tal

Eine Oase

Sehenswürdigkeiten ohne Ende

Auf unserem Weg hielten wir an einigen Oasen, in Ifrane (Ein Skigebiet, auch die Schweiz Marokkos genannt), im mittleren Atlasgebirge um Affen zu füttern, im „Hollywood“ von Marokko (Ouarzazate), im Dades-Tal und an vielen Naturparadiesen entlang des Weges. Die Tage waren so vollgestopft mit Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Landschaften, es war unmöglich den Überblick zu behalten.

Die Filmstudios in Ouarzazate

Viele Hollywoodproduktionen werden übrigens in Marokko gedreht, bedingt durch die schöne Landschaft und die billigen Arbeitskräfte. Der komplette Ort Ouarzazate ist darauf ausgelegt und lebt davon. Es gibt einige Filmstudios und die Bewohner sind großteils Schauspieler oder Statisten. Einige Beispiele für große Produktionen sind zum Beispiel Prison Break (Staffel 5), Game of Thrones, Das Bourne Ultimatum, einige der James Bond Filme und viele mehr.

Kasbah Aït-Ben-Haddou

Tuchfühlung mit wilden Affen

Die oben genannten Affen sind übrigens wild lebende Tiere, die über die Jahre von vorbeifahrenden Menschen immer wieder gefüttert wurden und sich inzwischen darauf verlassen und zur Attraktion geworden sind. Man sollte mit den Tieren allerdings nicht spaßen. Ich wollte einen etwas veräppeln und verlor deswegen schier meine Hose. Der ausgewachsene Affe hing sich einfach daran, bis ich ihm die Leckerei in meiner Hand gab. Außerdem haben die Affen beeindruckend große Zähne – also nicht verärgern!

Die marokkanische Landschaft – einmalig

Auf dem Weg in den Süden ist es allein schon ein Spektakel zu sehen, wie sich die Farbe der Umgebung verändert. Je weiter man in Richtung der Sahara und Merzuga kommt, desto rötlicher wird das Gestein, das grün der Vegetation verschwindet und wird ersetzt durch Brauntöne. Immer wieder sieht man Windhosen, die den Sand nach oben befördern und in der Landschaft schlichtweg magisch aussehen. Auch eine Veränderung des Klimas ist deutlich bemerkbar – war es im Norden noch angenehm warm, übernahm weiter südlich eine unglaubliche Hitze. Im Sommer werden in Merzuga auch 60 Grad Celsius erreicht, und das nur am Rand der Wüste!

Merzuga – am Rand der Sahara

In Merzuga bezogen wir ein schickes Hotel mit Pool, direkt am Rand der Sahara gelegen. Das bedeutet hauptsächlich eines: Sand, überall. Der Pool wurde täglich ausgesaugt, da er über Nacht eine bräunliche Färbung bekam. Sobald man die Tür zum Hotelzimmer öffnete, zog man eine Ladung Sand ins Zimmer. Nach dem Duschen dauerte es keine 30 Minuten und man fühlte sich sofort wieder sandig. In Merzuga gibt es auch nicht viel zu tun, außer Aktivitäten, die mit Sand zu tun haben – Quad fahren, Sandboarden und Kamel reiten. Tagsüber ist es dafür aber oft zu heiß und man versteckt sich lieber vor der Sonne. Unser Kamelritt startete zum Beispiel auch erst Abends um 18.00 Uhr.

Ein Ausflug auf Kamelen

Die Kamele wurden von einem Einheimischen geführt und wir ritten eine gute Stunde in die Wüste. Das entspricht in etwa vier Kilometern. Bevor wir unsere Zelte bezogen, genossen wir noch den Sonnenuntergang in der Wüste, was ein sehr schönes Erlebnis war. Man sieht zwar auf den Bildern, wie das ausgesehen hat, vor Ort ist es aber etwas ganz anderes. Überall ist Sand – vor, hinter, neben und unter einem. Nur durch Fotografien ist das unbegreiflich. 

Unser Guide im Hintergrund

Abends gab es dann Tajin und danach konnte man am Lagerfeuer Bongos trommeln, singen und sich unterhalten. Tes und ich verzogen uns allerdings und genossen den Sternenhimmel, der an dem Abend leider durch den Vollmond erhellt wurde. Den Kamelritt spürten wir beide übrigens ordentlich. Ich hatte noch nie Muskelkater im Hintern und hoffe, es war das letzte Mal!

Ein Sandfisch – Wo ich nichts sah, zog der Guide ihn aus dem Sand

Am nächsten Morgen ging es dann, nach einem marokkanischen Frühstück (Brot, Butter, Marmelade, Honig, Olivenöl) und einem wunderschönen Sonnenaufgang, auf den Kamelen zurück ins Hotel. Der Muskelkater wurde dadurch nicht besser. Zudem hatte ich ein etwas verrücktes Kamel: Es lief nie in der Spur der anderen, sondern immer leicht links davon. Außerdem war es entweder in das Kamel vor mir verliebt oder wollte von Tes gestreichelt werden. Den Kopf hatte es nämlich immer auf Höhe von ihr und kuschelte abwechselnd mit dem Kamel und Tes.

Eindrücke aus Merzuga

Wie bei uns ab und zu Schafe die Straße blockieren, sind es in Marokko Kamele

Fossilien, weit günstiger als in Europa 

Ein Zelt von Einheimischen

Eine Gesangsgruppe aus Merzuga

Das Automobilmuseum

Der Weg nach Marrakesch

Im Hotel angekommen packten wir unsere Sachen ins Auto und fuhren weiter nach Marrakesch, wieder mit einigen Stopps um Fotos zu schießen. Zusätzlich hielten wir an einer Kooperative an. Hier arbeiten ausschließlich Frauen und bessern dadurch den Unterhalt der Familien auf. Sie stellen Arganöl, Rosenöl, Tees und sonstige kosmetische Mittel her. Zum Arganöl kann ich eines sagen: Es ist ein Wundermittel und sein Geld wert! Eingeriebene Hautstellen fühlen sich nach wenigen Stunden weicher an, es hilft bei Narbenbildung und vielem mehr. Man sollte aber darauf achten, dass man das Öl in einer Kooperative kauft und nicht (!) auf dem Souk. Dort wird es oftmals mit Olivenöl vermischt und verursacht Pickel.

Straßenkunst, wer erkennt das Kamel

Spätabends erreichten wir Marrakesch, einer meiner liebsten Orte der Welt. Dazu dann mehr in nächsten und letzten Beitrag über Marokko.

C-L

 

 

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