Marokko: Chefchaouen
4. September 2017
Marokko: Roadtrip zur Sahara – Merzuga
5. September 2017

Marokko: Meknes – Fes

Meknes

Wir kamen wieder einmal mit dem Bus nach Meknes und nahmen uns ein Taxi zur Medina. Unser Hotel fanden wir durch Zufall: Wir unterhielten uns auf der Straße, zufällig fiel der Name des Hotels in genau dem Moment, als uns der Besitzer über den Weg lief – ansonsten hätten wir wohl lange gesucht. Die Altstadt in Meknes ist sehr verschachtelt und es gibt kaum Anhaltspunkte um sich zu orientieren. Im Allgemeinen bietet die 600.000 Einwohner Stadt relativ wenig Interessantes zu sehen.

Wir verbrachten die meiste Zeit auf dem großen Marktplatz und tranken Kaffee oder Tee. Außerdem schlenderten wir über den großen Markt oder die Altstadt – die beide direkt nebeneinander liegen. Hier kann man Alles kaufen, was das Herz begehrt. Im Allgemeinen ist die Stadt aber nichts Besonderes und auch wenig touristisch veranlagt. Ich kann über Meknes allerdings auch nichts schlechtes sagen. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, man wird angesprochen ob man Hilfe benötigt und auch in die richtige Richtung geschickt. In Rabat soll das angeblich anders sein, zumindest wurde uns das von mehreren Einheimischen unabhängig voneinander erzählt – schlussendlich war das der Grund dafür, dass wir die Hauptstadt ausgelassen haben.

Sehenswürdigkeiten in Meknes

Eine Besonderheit in Meknes war der Vogelstrauß, den man auf dem Marktplatz antreffen konnte. Dieser büchste an einem Nachmittag sogar aus und lief frei auf dem riesigen Platz umher – gefolgt von seinem Besitzer, der den Vogel wieder einfangen wollte – ein witziger Anblick! Außerdem testeten wir hier einen der kleinen originalen marokkanischen Imbisse. Hier gibt es Fladenbrot gefüllt mit Fleisch – sonst nichts. Man sitzt in einem Raum, der gerade genug Platz für einen Tisch bietet (und um den sich alle tummeln) und unterhält sich mit dem Verkäufer, der nebenbei die Speisen frisch zubereitet. Ansonsten gab es in Meknes nicht viel zu sehen (das Tor Bab Mansour ist das größte Highlight) und man kann auf einer Rundreise die Stadt getrost weglassen. Im Nachhinein würde ich lieber nach Tétouan – auch die weiße Taube genannt – fahren. Im Gegensatz zu Chefchaouen ist hier alles weiß statt blau.

Wir blieben nur wenige Tage in Meknes und machten uns dann auf den Weg nach Fés. Dieses mal fuhren wir allerdings mit dem Zug. Das ist günstiger und schneller als mit dem Bus – es gibt aber nicht überall eine Verbindung. Wenn möglich sollte man das Zug fahren immer in Betracht ziehen und sich informieren – wir kapierten das leider zu spät!

Fes und seine Medina

Im Zug nach Fes lernten wir zwei junge Marokkaner kennen, mit denen wir uns die ganze Fahrt über unterhielten. Nachdem wir unser Hotel in der Medina bezogen hatten, machten wir uns auf, um die Altstadt zu erkunden. Schnell mussten wir feststellen, dass das in Fes alles andere als einfach ist. Allein in der Altstadt gibt es über 9000 Straßen, die oftmals in Sackgassen enden. Nachdem wir uns ordentlich verirrt hatten, fanden wir dennoch einige interessante Punkte in der Stadt und zufälligerweise trafen wir die Beiden aus dem Zug wieder. Sie nahmen uns mit auf ihren Streifzug durch die Stadt und ermöglichten uns Dinge, die ein Tourist sonst nie erlebt. Wir besuchten eine Teppichweberei, stiegen auf Dächer um die Aussicht zu genießen und hatten praktisch unsere persönliche Führung durch die Stadt.

Warum ich Fes nicht mag

Sobald wir uns allerdings von den beiden verabschiedeten, ging es steil bergab. Ab diesem Zeitpunkt kam ich mir vor wie Freiwild für die vielen Abzocker der Stadt. Unter dem Vorwand uns helfen zu wollen – wie wir es von überall sonst gewohnt waren – zeigte man uns den Weg – gegen eine kleine Geldschenkung und nur damit wir feststellten, dass man uns noch weiter in die Irre geführt hatte. Einige Meter weiter wartete dann der nächste Marokkaner gleichen Schlags. Dies passierte nicht nur ein Mal sonder häufig und war so frustrierend, dass ich aggressiv wurde und es mit einem der falschen Führer beinahe eskalieren ließ.

Unsere Unterkunft, die weit weg vom Geschehen (5 Euro pro Nacht/ Person) und bei einer Familie zuhause im dritten Stock lag (die Toilette im Erdgeschoss), war alles andere als gut gewählt. Freitags wurden wir hier zum Couscous eingeladen – natürlich kostenlos, wurde uns versichert. Nach dem Essen forderte dann die Frau des Hauses für unsere gemeinsame Mahlzeit 8 Euro – die ich gerne bezahlte, obwohl es für Couscous nicht unbedingt billig war. Ernüchternd war dann, als es abends um halb elf an unserer Zimmertür klopfte und mir das betrunkene Familienoberhaupt erklärte, dass es sich um 8 Euro pro Nase handelte – er wollte also mehr Geld. Perplex wie ich war, bezahlte ich auch das – im Nachhinein hätte ich standhaft bleiben sollen. Im Übrigen war es die schlechteste Unterkunft von allen – sei es von der Lage, der Dusche oder den Betten. So einen Reinfall habe ich noch nie erlebt.

Mein Fazit

Die oben beschriebenen Vorfälle haben uns beiden Fes vollkommen versaut – vor Allem blieb es nicht nur dabei. Für eine kostenlose Führung durch die Lederfärberei (für die Fés berühmt ist) wollte man im Nachhinein zehn Euro pro Person, die ich nicht bezahlte sondern lautstark zu diskutieren begann. Ein vorbeilaufender Einheimischer gab mir sogar recht und unterstützte mich. Im übrigen stinkt die Stadt stark nach dieser Färberei. Dazu kommt der Geruch von Müll und Abwasser – ich will da nie wieder hin!

Die Bilder, die ich über Fés hochgeladen habe, sind zwar schön – das Verhalten der Einheimischen, die mit Touristen in Kontakt kommen, ist aber meinen Erlebnissen nach mehr als schlecht! Hätten wir unsere Rundreise hier angefangen – ich wäre direkt wieder nach Hause geflogen. Geführte Touren können hier eine Alternative sein – wir buchten uns im Anschluss nach Fes eine Tour über Merzuga und der Sahara nach Marrakesch. Mit dem Anbieter “Jade Tour SARL” waren wir sehr zufrieden. Die Bilder und etwas Text gibt es im nächsten Beitrag.

 

C-L

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei