Rumänien: Hunedoara

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Rumänien: Hunedoara

Hunedoara – eine Burg wie aus einem Märchen

Von Sibiu aus erreichten wir nach einer Stunde Fahrt unsere letzte geplante Station auf der Rumänienrundfahrt: Hunedoara (Eisenmarkt) mit seinen etwa 60.000 Einwohner. Der deutsche Name Eisenmarkt (manchmal auch Eisenstadt) rügt daher, dass hier die zweitgrößte Eisenhütte Rumäniens angesiedelt war. Wir sind zwar durch die Stadt gefahren, konnten aber keinerlei Besonderheiten entdecken und beschränkten uns dadurch auf die Besichtigung des Wahrzeichens: Castelul Corvinilor (Burg Hunedoara). Diese wurde im 14. bis 15. Jahrhundert erbaut und hat eine schöne Lage auf einem Felsen. Am Fuß der Burg läuft außerdem ein kleiner Bach, der das Ganze noch malerischer macht. In Kombination mit der hölzernen Zugangsbrücke wirkt das Gebäude wie aus einem Märchen und wird deshalb wohl oft für Fernsehproduktionen als auch für Hochzeitsfotos genutzt.

Die Legende des Brunnens

Laut einer alten Legende wurde der Brunnen dieser Burg einst von drei türkischen Gefangenen gegraben. Ihnen wurde gesagt, dass sie so lange graben sollten, bis sie auf Wasser stoßen, dann wären sie frei. Es dauerte 15 Jahre bis sie diese Aufgabe erledigt hatten, doch wurde das Versprechen nicht gehalten und sie blieben in Gefangenschaft. Als Antwort darauf ritzte einer der Gefangenen einen Spruch in seine Verließwand: „Ihr habt vielleicht Wasser, aber keine Seele.“ Hier seht ihr übrigens ein Mosaik, dass in der Burg ausgestellt war. Danach folgenden einige Schnappschüsse, die auf unserem Rundgang entstanden sind:

Die Burgbesichtigung

In der Burg können unzählige Zimmer, der Kerker, Rittersaal und noch viel mehr besichtigt werden. Ich hab damals zwar einiges an Fotos geschossen, leider sehen beinahe alle aus, als hätte ich sie mit einer Kartoffel gemacht. Auf alle Fälle ist diese Burg weit mehr zu empfehlen als Schloss Bran. Zum einen ist der Tourismus noch nicht so stark ausgeprägt und zum anderen bekommt man definitiv mehr für sein Geld. Übrigens hat sich Vlad Tepes in dieser Burg wirklich einmal aufgehalten. Er soll hier wegen Verrates inhaftiert gewesen sein.

Insgesamt benötigten wir etwa zwei Stunden, um die Burg vollständig zu besichtigen. Dann ging es wieder zurück nach Arad und meiner Verwandtschaft. Allerdings nicht ohne noch einen kleinen Zwischenstopp im Simeria Arboretum Park einzulegen:

Simeria Arboretum Park

Der Park liegt etwa 20 Minuten von Hunedoara entfernt und ist für Fotografen wärmstens zu empfehlen. Insgesamt umfasst er 73 Hektar mit verschiedensten Bäumen, Seen und Pflanzen. Man kann sich relativ leicht verlaufen, da die Wege kaum ausgeschildert sind – doch findet man beim Verlaufen immer wieder etwas Neues, das man mit Schildern vermutlich nie entdeckt hätte. Sonst lässt sich über den Park wenig sagen. Er ist Natur pur, schön angelegt und den geringen Eintritt völlig wert.

Nach dem Besuch des Parks sind wir dann wieder zu meiner Großmutter gefahren und beendeten damit unsere kurze Rundreise durch Rumänien. Ich hoffe, ich konnte euch in den fünf Beiträgen etwas Lust auf das Land machen. Kaum jemand interessiert sich für Rumänien als Urlaubsland, obwohl es reich an Kultur, schöner Landschaft, gutem Essen und sehr netten Menschen ist. Ich glaube, dass der Tourismus in Rumänien in den nächsten Jahren explodieren wird. Noch kann man die Sehenswürdigkeiten also in aller Ruhe besuchen.

Mein nächster Reisebericht dreht sich um London. Da die Stadt auch Schauplatz für mein Buch „Mitternachtssonne“ ist, findet ihr in dem Beitrag auch zusätzliche Informationen zu dem Roman.

 

C-L

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