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Empfehlung – Metro 2034

Hallo!

Nachdem ich den ersten Band von Dmitri Gluchowskis „Metro-Reihe“ gelesen hatte, habe ich mir den zweiten Teil „Metro 2034“ vorgenommen. Auch hier kannte ich vorab das Playstation-Spiel, wobei es mit der geschriebenen Geschichte kaum etwas zu tun hat. Während man im Videospiel wieder in die Haut des Protagonisten aus dem ersten Teil schlüpft, erzählt Metro 2034 von Homer, Hunter und dem Mädchen Sascha.

Die Geschichte

!Achtung Spoiler zu Metro 2033!

Wie im Vorgängerroman erzählt Metro 2034 von einem Moskau, dessen oberirdischer Teil nach einem Atomkrieg unbewohnbar geworden ist. Alle Überlebenden fristen ein Dasein in der teilweise zerstörten Metro, dessen Stationen von Faschisten, Kannibalen, Kommunisten und religiösen Spinnern besiedelt werden.

Die Handlung findet ein Jahr nach den Ereignissen von Metro 2033 statt. Dabei hat die Stromlieferanten-Station Sewastopolskaja alle Hände voll zu tun, um die Angriffe zahlreicher Monstern abzuwehren. Eines Tages erreicht die Versorgungskarawane die Station nicht, worauf Soldaten entsendet werden. Als diese nicht zurückkehren und auch die Telefonverbindung zur Hauptstation Hansa in die Brüche geht, will der im ersten Teil tot geglaubte Soldat Hunter den Dingen auf den Grund gehen. Dazu nimmt er einen älteren Mann, der im Buch hauptsächlich Homer genannt wird, mit auf die Reise.

Durch Tagebucheinträge und Gespräche erfahren die beiden Geheimniskrämer unabhängig voneinander, dass ein Virus die Metro bedroht und sich die Karawane aus Sicherheitsgründen in Quarantäne begeben hat. Hunter will die Ausbreitung des Virus verhindern und mehrere Stationen sicherheitshalber mit Flammenwerfern vollständig niederbrennen. Er befindet sich allerdings am Rande des Wahnsinns: Im ersten Teil versuchte er, die Metro von der Gefahr der Schwarzen zu verteidigen und leitet deren Vernichtung ein. Zu spät stellte sich jedoch heraus, dass die Schwarzen gute Absichten für die Menschheit hatten und sich mit ihnen verbünden wollten. Hunter wird aufgrund dieser Einsicht langsam verrückt und mit dem Fortschreiten der Geschichte immer mordlustiger, bis er irgendwann grundlos tötet.

Unterwegs nach Polis, um Waffen und Ausrüstung für die Vernichtung der Viren-befallenen Stationen zu besorgen, lernen die beiden die junge Sascha kennen. Sie lebte mit ihrem Vater, einem ehemaligen Militärkommandanten, verbannt zwischen den Stationen. Er stirbt allerdings durch die Strahlung, die er an der Oberfläche auf der Suche nach Vorräten ertragen musste, um das Überleben seiner Tochter zu sichern. Zwischen Sascha und den beiden Männern entsteht eine zwischenmenschliche Beziehung irgendwo zwischen Vater-Kind und einseitiger Liebesbeziehung. Ihre Wege trennen sich nach einiger Zeit und unterschiedliche Lösungsansätze zur Bekämpfung des Virus entstehen.

Mein Fazit

Der zweite Teil ist nicht ganz so gelungen wie der erste, verdient meiner Meinung nach aber auch eine Wertung zwischen 4 und 5 Sternen. Für mich ist es unverständlich, warum der Protagonist aus dem ersten Teil nur kurz am Rande erwähnt wird bzw. nicht wieder die Hauptrolle spielt. Außerdem kommen oftmals eingeworfene Träume vor, die einem mit der Zeit mehr auf die Nerven gehen und Verwirrung stiften, als zur Geschichte beizutragen.

Aber: Das Buch ist spannend geschrieben und mir gefällt schlichtweg das gruselige Setting als auch der Einblick in menschliche Abgründe. Wer quasi den ersten Teil mochte, dem wird der zweite auch gefallen.

 

C-L

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