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Bewusst Leben 1: Einleitung

Bewusst leben – eine Einleitung

Diese Reihe von Artikeln spricht aus meinen Erfahrungen, die ich mit Firmen, Menschen, Ämtern und dem Leben gemacht habe. Einige Leser werden sich davon angesprochen fühlen, anderen wird meine Meinung gegen den Strich gehen. Kommentare sind von beiden Seiten willkommen. Mir ist dabei wichtig, dass sich niemand angegriffen fühlt und der Umgangston freundlich bleibt. Ich will nämlich nur diskutieren, Augen für die Missstände in unserer Welt öffnen und zum Denken anregen. Anfangen möchte ich mit einer einfachen Überlegung:

Viele Menschen haben Angst vor Zeitreisen in die Vergangenheit. Schließlich könnte man versehentlich einen Käfer töten und damit die Gegenwart maßgeblich verändern. Daran, diesen Käfer in der Gegenwart leben zu lassen, und dadurch eine bessere Zukunft zu erschaffen, daran denkt niemand.

Was lässt sich aus diesen Sätzen für dich ableiten? Gerne kannst du mir dazu einen Kommentar schreiben.

 

Seinen Job nicht über wichtigeres stellen

In meinen Augen ist unsere Gesellschaft verdreht. Wir leben in einer Welt, in der Vermögen einen höheren Stellenwert als Menschenleben besitzt. Leben in jeglicher Form wird behandelt wie eine Ware, die kaputtgeht bzw. ausleiert und schnellstmöglich durch neue „Ressourcen“ ersetzt wird. Warum die Menschheit dabei mitspielt, hinterfragt niemand. Stattdessen versuchen wir, auf ein immer schneller drehendes Hamsterrad aufzuspringen. Wir hetzen von Termin zu Termin, verplanen unsere Tage bis auf die Minute und wundern uns, warum wir irgendwie unzufrieden sind und es uns nicht so gut geht, wie es gehen könnte, vielleicht sollte. Schließlich haben wir doch alles, was die anderen wollen: Haus, Partner/in, Auto, Job, utopische Flachbildfernseher, etc. Diese Liste arbeiten wir alle mehr oder weniger bewusst ab, obwohl sie hauptsächlich aus Dingen besteht, die man kaufen kann.
Wir stürzen uns in eine unendliche Spirale aus Konsum und Arbeit, ohne zu überlegen, was wir wirklich vom Leben wollen. Eines Tages wacht man dann als Rentner auf und fängt (vielleicht viel zu spät) an zu grübeln: War das wirklich alles? Hat mich die vorgegebene Liste als eigenständige Person glücklich gemacht? Was ist mit MEINER Liste, mit meinen Träumen und Vorhaben? Irgendwo unterwegs habe ich meine Liste aus den Augen verloren. Wann war das? Aber noch wichtiger: Was steht überhaupt auf meiner Liste?

Was macht dich glücklich?

Das führt zu einer wichtigen Frage: Was macht dich glücklich? Dieser Satz ist unscheinbar, trotzdem stellt er viele vor ein Rätsel. Auf diese Frage kann nämlich der Nachbar nur schwer eine Antwort einflüstern. Man muss sie selbst beantworten, alles andere ist gelogen. Jeder hat etwas, das ihn antreibt – Was ist deins? Meistens sind es die Aktivitäten, an die du jetzt im Moment denkst und bei denen du dein Mobiltelefon und die Zeit vergisst. Finde deins, hab Spaß daran, perfektioniere es, entscheide, wie weit du damit gehen möchtest…was auch immer…Hauptsache, es macht dich fröhlich. Egal, was es ist: Ich komme in einem späteren Beitrag darauf zurück. Lass dir Zeit, es zu finden. Zeit ist dein teuerstes Gut, schließlich ist einmal verronnene bzw. verschenkte Zeit unwiederbringlich. Und du hast einen Vorteil gegenüber dem Rentner von oben: Du hast diesen Artikel rechtzeitig gelesen.

Die liebe Zeit

Wenn wir gerade bei Zeit sind: „Wir haben Zeit!“, sagt man. Dennoch ist es in unserer Gesellschaft wichtiger, pünktlich am Ziel zu sein, als den Weg dahin zu genießen. Schließlich läuft uns die Zeit davon. Wir würgen schnell unser Mittagessen hinunter, um noch schnell irgendetwas erledigen zu können, damit wir dann beim nächsten Termin garantiert pünktlich sind. Nach diesem Schema vegetieren Generationen ein Leben lang dahin. Man rühmt sich mit 60 Arbeitsstunden pro Woche, obwohl man morgens kaum aus dem Bett kommt und seine Arbeit hasst.
Man arbeitet Überstunden und bleibt „gerne“ noch für 30 Minuten, schließlich ist es für das Wohl der Firma. Wer profitiert allerdings am meisten von meiner, unter Wert verkauften Zeit? Ich bekomme bestenfalls Zulagen…der Chef einen neuen Sportwagen. Er hat das auch verdient, schließlich ist er oben, ich unten – verständlich und natürlich. Dass sein Gehalt jedoch jährlich im zweistelligen Prozentual-Bereich steigt und ich um eine Gehaltserhöhung zum Ausgleich der Inflation kämpfen muss, das sieht kaum einer. Ich wittere Ungerechtigkeit.

Für mich war es wichtig, mir ins Bewusstsein zu rufen, dass eine Firma niemals ein Freund ist. Es sind ins Leben gerufene Gelddruckmaschinen, die aufgrund von Einzelpersonen jedes Jahr mehr abwerfen müssen. Koste es, was es wolle: Arbeiter, Umweltschutz, Tarifverträge. Solche Vorgehensweisen kennt jeder aus Industrie, Handwerk und anderen Bereichen. In Deutschland teilweise grenzwertig, in anderen Ländern unzumutbar.

Außerdem: Wenn man unter der Arbeitszeit tot vom Stuhl kippt, sitzt innerhalb weniger Tage ein neuer Mitarbeiter am Schreibtisch. Es wird vielleicht eine Rede gehalten, über den vorbildlichen Kollegen, der leider wenige Monate vor der Rente verstorben ist – mehr nicht. Darüber sollte sich jeder Einzelne im Klaren sein. In einer Firma ist jeder ersetzbar, in einer Familie nicht. Wem schenke ich also lieber meine Zeit? Jeder, der sich mir gegenüber mit 60 Arbeitsstunden rühmt, frage ich, wie es Frau und Kind geht. Die meisten können weniger darüber erzählen, als über ihre Arbeit. Sollte zu denken geben, wird aber meistens ignoriert – schließlich ist das „nur noch bis“ oder „es wird bald anders“. Auf „Wann genau?“ kann allerdings keiner Antwort geben.

Begrenzte Lebenszeit

Das führt zu meiner nächsten Überlegung: Jeder von uns hat eine begrenzte Lebenszeit auf diesem Planeten. Sind 60-70-80-90 Jahre so viel Zeit, dass ich sie für die nichtigen Wünsche anderer verschenken kann? Muss ich zu allem ja sagen oder wird es Zeit, das NEIN! zu lernen, um anderen meine Grenzen aufzuzeigen? Warum tun wir das nicht öfter? Irgendwie schreien wir stumm nach Beifall und verkaufen sogar unsere Ansichten dafür. Hauptsache mein Gegenüber gibt mir das Gefühl, dass ich für ihn etwas wert bin…weil ich bei SEINER Arbeit helfe, IHM etwas Gutes tue etc. Bin ich wirklich auf die Anerkennung aller Menschen angewiesen? Reicht sie nicht von denen, die ich wirklich mag?

Ich habe im Lauf meines Lebens festgestellt, dass oftmals Menschen, die man gerade kennen lernt, viel bessere Intentionen im Sinn haben, als Menschen, die man sein Leben lang kennt. Diesen Satz umzusetzen erfordert allerdings einiges an Übung und Mut. Angstfrei auf jemanden zuzugehen oder ein Gespräch zuzulassen, klingt für viele Menschen unmöglich. Man lernt das auch nicht an einem Tag, sondern jeden Tag ein Stück mehr. Persönliche Entwicklung gibt es nicht togo, sie ist ein langer Weg, der verdammt viel Spaß macht.

Ich möchte hier niemandem seinen Job schlecht reden, raten ihn hinzuschmeißen oder Unüberlegtes zu tun. Ganz im Gegenteil: Ich möchte dazu anregen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Macht mir mein Leben Spaß? Bin ich glücklich? Wenn nicht: Was muss ich ändern. Eins ist dabei wichtig zu wissen: Für die Dinge, die wir lieben, sind wir gemacht. Das stimmt wirklich, für jeden Einzelnen, ob er das glaubt oder nicht.

Und zum Abschluss:

Wer sich durch meinen Artikel angegriffen oder beleidigt fühlt: Ich habe heute eine Wespe aus einer Wasserpfütze gerettet. Die Wespe hat mich dabei gestochen, sie fühlte sich wohl bedroht. Aber: Hätte ich sie sterben lassen sollen? Werde ich die nächste Wespe wieder aus der Pfütze ziehen? (Ja!) War die Wespe einfach gestresst und hat daher unangemessen reagiert? Ich wollte nur helfen. Habe ich also richtig gehandelt, auch wenn mich das ein paar Stunden Schmerzen gekostet hat?

Wo sind die Parallelen zu diesem Artikel und warum zur Hölle schließe ich damit ab?

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C-L

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