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Besser Leben 9: Einkaufen

Einkaufen und Bewusstsein

Bewusstsein kann immer und überall gelebt werden, auch und vor allem im Alltag. Untersuchen wir dazu einmal einen täglichen Vorgang wie das Einkaufen: Was kann man hierbei bewusst gestalten?

Wie wählst du die Produkte aus, die du beim Einkaufen in den Wagen legst? Inwiefern ändert Werbung mein und dein Einkaufsverhalten? Ist die Konditionierung durch andere Menschen ein Grund für meine Nahrungsmittelauswahl? Kaufe ich seit Jahren das gleiche Produkt, weil ich weiß, dass es schmeckt oder, weil ich nur selten etwas Neues ausprobiere? Hast du jemals darüber nachgedacht?

Das gesunde Essen

In vielen Zeitschriften, im Internet und in unzähligen Fernsehsehsendungen werden uns Tipps für die perfekte Diät verraten. Es gibt Superfoods, die uns dabei helfen sollen, uns gut zu fühlen. Oftmals ist das einfach richtiges Essen, dass ohne prozessiert zu werden in die Regale kommt. Zu gut Deutsch: Der unveränderte, biologische Zustand. Obwohl wir alle wissen, dass Chemie nie in unsere Körper gehört, lassen wir uns von der Industrie einlullen und kaufen die hoch angepriesenen „gesunden“ Lebensmittel, die überladen mit Zucker sind und teilweise explizit auf die Kinder abzielen. Wie daneben ist jemand, um allein für Geld wissentlich eine ganze Generation ins Übergewicht zu stürzen? Die Ausrede lautet vermutlich: Jeder kauft, was ihm schmeckt! Von den Inhaltsstoffkombinationen, die ähnliche Wirkungen wie Kokain (!) haben, davon verrät diese Person natürlich nichts.

Ich habe mein Leben umgestellt und achte beim Einkaufen hauptsächlich darauf, was mein Körper verlangt. So lande ich ausschließlich bei Nahrungsmitteln, die mir schmecken und die ich genießen kann. Für den Rest sorgt mein Körper: Benötigt er Vitamine, schiebt er mich in die Obstabteilung. Wenn ich Eisen benötige, steht mir der Sinn vielleicht nach Grillen und viel Fleisch. Von dieser Art zu leben bin ich völlig überzeugt. Seitdem ich so leben, hatte ich nur gute Tage und fühle mich wohl. Wenn ich meinen Einkauf allerdings nach einer Diät aus einer Frauenzeitschrift ausrichte, vor der es mich vorab schon ekelt, kann ich mir beinahe sicher sein, dass mir diese Diät wenig helfen wird.  Das Herz will schließlich, was das Herz will.

Einkaufen gegen Umweltzerstörung

Wir hören täglich von zunehmender Umweltzerstörung, die zumeist von großen Firmen begangen wird. In den Medien erlebt man das als Rummel gegen Plastiktüten und Strohhalme. Damit wurde ein Feindbild geschaffen, das die Medien zerreißen können. Die Masse ist nebenbei wohl so abgestumpft, dass sie einem Wolf glaubt, wenn er behauptet, dass er die Schafe hütet.
So hat es wahrscheinlich Nestle geschafft, bei der Versorgung unseres Planeten mit Nahrungsmitteln weit vorne. Obwohl sie billigstes Wasser aus Afrika abpumpen, es günstig in Flaschen füllen und für horrende Preise der  westlichen Welt verkaufen. Nebenbei verdursten die Menschen in ganzen Landstrichen. Aber Nestle sagt doch, dass sie von den Guten sind. Macht die Kirche auch, hier sind allerdings mehr Menschen aufgewacht.

Wie kann ich also für mich bewusst einkaufen? Wie wäre es damit, weniger nach dem zu shoppen, was man ALLES gerne essen möchte und stattdessen zu wissen, dass man täglich Nahrungsmittel zu kaufen bekommt. Wir laden allerdings lieber mehr in den Einkaufswagen und werfen dafür etwas weg. Nur, damit es uns nie an etwas mangelt, aber tut es das überhaupt? Würde es sich nicht besser anfühlen, wenn ich weiß, dass ich mit meinem Einkaufsverhalten den Marktwert und die Tätigkeiten einer Firma steigere bzw. etwas steuern kann. Nestle ist somit von meiner Versorgerliste geflogen.

Ich habe für mich beschlossen, Firmen zu finden, von denen ich weiß, dass sie zurückgeben. Sei das an die Mitarbeiter, die Community oder die Umwelt. Für mich sind Firmen, die nur zum Geld drucken aus dem Erdboden gestampft wurden, daher raus. Die Umstellung dauert an, aber ich werde an mein Ziel kommen. Für kosmetische Produkte hab meine Lebensgefährtin Theresa inzwischen eine wundervolle Alternative entdeckt: Ringana

Kleidung und andere wichtige Güter

Bisher habe ich nur über Lebensmittel geschrieben. Bei Kleidung, Luxusgütern, etc. läuft aber auch vieles schief. Wo es früher eine Klamotten-Kollektion für jede Jahreszeit gab, gibt es inzwischen für jede Woche eine. Unverkaufte Kleidung wird allerdings nicht gespendet oder recycelt, sondern vernichtet. Diesen Wahnsinn sollte man sich bewusst machen und dann nochmals kurz daran denken, wie wir es bei abgelaufenen Lebensmitteln im Einzelhandel handhaben. So viele Menschen hungern und wir werfen das Essen weg. Das ist ein bescheidener Zustand, der sich schnellstmöglich ändern soll.

Daran ändern kann allerdings nur der Einzelne etwas, schließlich hat die Politik Scheuklappen, wenn es darum geht, jemandem zu helfen, der bei der Wahl wenig Bedeutung hat – da hilft nur: Druck aufbauen!

Immer wichtiger wird die Verwertung von regionalen Anbau und ortsansässigen Versorgern. Die Bereitschaft, mehr für gute Ware zu bezahlen, ist meiner Meinung nach auch gestiegen. Zumindest bei den Menschen, die es sich leisten können. Für den anderen Teil der Schere scheinen solche Mahlzeiten unbezahlbar. Sollte es aber eine Sache des sozialen Standes sein, inwiefern man sich gut ernähren kann? Geht diese Schere nicht schon auf Fehler zurück, die in den Generationen vor uns gemacht wurden?
Warum sollte sich also meine Generation damit zufriedengeben? Was für meine Eltern gut genug war, muss es noch lange nicht für mich sein, oder? Zu mir hat mal jemand gesagt, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass die nachfolgende Generation den Eltern gehorcht. Dieses Gesetz muss gebrochen werden, so schnell wie möglich! Sonst leben wir immer eine Generation in die Vergangenheit versetzt, mit überholten Ideen. Das ist ein Riesenproblem, dass wir seit Hunderten von Jahren mit uns mitziehen.

Denkt doch bitte über meine Punkte nach und entscheidet darüber in eurem Ermessen. Ich möchte niemanden auf meinen Weg drücken. Ich möchte zeigen, dass es verschiedene Wege gibt.
Wie immer darf dieser Post gerne geteilt werden. Ich freue mich über Kommentare, Likes und Spenden sowie über private Nachrichten und Austausch in jeglicher Form.

 

C-L Ludwig

 

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