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Bewusst leben 8: Die Gesellschaft von oben

Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts

In der heutigen Zeit und unserer Gesellschaft sind einige Dinge verdreht. Wir lieben Gegenstände und benutzen Menschen, eigentlich sollte das Leben andersrum sein. Das ist ein Zitat, dass ich irgendwo aufgeschnappt habe. Meiner Meinung nach, enthält es viel Wahrheit. Dass wir Menschen immer weniger achten, hat für mich vielschichtige Gründe, die sich in unserem Alltag mehr als deutlich zeigen. Der Großteil ignoriert allerdings die Symptome, da sie als  „Normalzustand“ anerkannt sind:

Wir und der Selbstwert

Wir versuchen es allen recht zu machen und vergessen dabei uns selbst. Wir lassen uns treiben und von anderen in Entscheidungen drücken, die eigentlich nur den Einzelnen als Individuum, maximal ein Pärchen betreffen. So lebt man das Leben, dass sich andere für einen wünschen und nicht das eigene. Dadurch verlieren wir an Selbstwert.

Wir entscheiden uns in jungen Jahren, welchen Beruf wir den Rest unseres Lebens ausüben möchten. Dabei haben wir keinerlei Ahnung, was wir gerne tun würden / gut können. Unsere Talente (und mindestens eins hat JEDER) bleiben dabei auf der Strecke. Mit dem Talent geht dann wieder ein Stück unseres Selbstwertgefühls flöten: Schließlich beurteile ich einen Fisch nach seiner Fähigkeit auf einen Baum zu klettern. Der Fisch denkt daher sein Leben lang, er wäre dumm, nur weil er sein Element noch nicht gefunden hat (so in etwa hat das Einstein gesagt).

Wir versuchen andere glücklich zu machen, um selbst glücklich zu sein. In Wirklichkeit müssen wir selbst glücklich werden, um mit anderen unser Glück teilen zu können. Man fühlt sich nicht glücklich, obwohl man es doch sein sollte. Das kostet möglicherweise ein Stück Selbstwert.

Wir opfern uns für Firmen auf, denen es egal ist, ob wir tot vom Stuhl fallen. Rühmen uns im Gegenzug aber mit 60 Stunden Arbeitswochen, weil wir ja so wichtig für die Firma sind. Das wir Familie haben, für die wir unersetzbar sind, daran denkt niemand. Ist man allerdings außerhalb der Firma mehr wert, nur weil man fleißig und konsequent arbeitet? Mir sind Menschen, die nett sind, lieber.

Wir ernähren uns von Fraß, der weit entfernt von richtigem Essen ist. Wir wundern uns, warum wir uns beschissen fühlen. Allerdings sind wir so abgestumpft, dass wir die Ursache nicht erkennen. Warum zur Hölle kennzeichnen wir Bio-Obst, wenn das doch der Normal-Zustand ist. Eigentlich gehört ein Aufkleber auf unser Essen, wenn Chemie darin vorhanden ist, nebenbei bemerkt.

Wir kaufen uns Geräte, mit denen man uns überwachen kann und geben damit an, dass wir das Neueste besitzen, dass sogar unseren Fingerabdruck digitalisiert. Wenn wir kein solches Gerät besitzen, wird es uns von den anderen plötzlich erschwert, in Kontakt zu treten. Man ruft schließlich nicht mehr an (mir gibt ein Anruf ein Stück Selbstwert, eine Nachricht eher weniger) und klärt ein Thema in 30 Sekunden, sondern schreibt stundenlang hin und her, um sich im Endeffekt dann doch falsch zu verstehen. (Sender und Empfänger, die eigentliche Nachricht geht verloren)

Wir lassen uns einreden, dass Geld Glück bringt. Das ist gelogen. Es gibt Sicherheit, das wars. Wer jemals in einem armen Land unterwegs war, kann Lieder davon singen. Die, die nichts haben verschenken das Wenige mit FREUDE und sind überglücklich. Warum zur Hölle sind wir es nicht?

Wir lassen uns von der Gesellschaft bevormunden und denken, dass wir frei sind. Dabei sitzen wir in einem goldenen Käfig, den Schlüssel in der Hand und das Schloss vor Augen. Wir haben allerdings Angst, den Schlüssel zu benutzen. Schließlich wissen wir nicht, was die anderen dazu sagen.
Kleiner Spoiler: Sie sind neidisch auf die erarbeitete Stärke und wundern sich, warum sie nicht so sein können.

Wir sind die einzige Kreatur auf Erden, die ihren Lebensraum zerstört und versucht, diese Entwicklung zu beschleunigen. Einzig und allein für den Reichtum weniger. Der einzelne denkt, er könne daran nichts ändern (der Selbstwert sinkt, vermutlich), doch es waren und sind IMMER Individuen, die die Welt verändert haben. Jede Art der Veränderung fängt mit einem einzigen Menschen an.

Und der für mich schwerwiegenste Punkt von allen:
Wir ehren Menschen erst, nachdem sie gestorben sind. Dann kaufen wir Blumen und werfen sie auf den Sarg, anstatt dem Menschen schon zu Lebzeiten zu zeigen, wie gern man ihn hat. Dazu reicht eine Umarmung, ein nettes Wort oder ein High-Five. Nur ein paar Möglichkeiten, um den fehlenden Selbstwert „zu verteilen“.

Das machen alle so!

„Aber alle machen das doch so!“, ist die Standard-Ausrede, wenn man solche Ungereimtheiten anspricht. Man ergibt sich dem Druck der Gesellschaft, versucht, in der Menge unterzutauchen und sich anzupassen. Koste es, was es wolle: Unsere Gesundheit, unseren Verstand und am wichtigsten: Die einzigartige Gabe, selbstständig zu denken…denn jeder denkt verschieden. Eine Freundin hat mir erklärt, dass sie in Farben denkt. Das kann ich unmöglich verstehen. Sie nutzt das, um zu malen. Dabei entstehen Bilder, bei denen ich (gute) Gänsehaut bekomme. Das ist wohl ihr Wert auf diesem Planeten. Meiner sind Wörter. Ich bin geschickt im Umgang damit. Andere legen gern Stein auf Stein und bauen Häuser. Wieder andere sind dafür gemacht die Welt mit Strom zu versorgen, Produkte zu vertreiben, Neuigkeiten zu verbreiten oder einfach nur Eltern sein. Jeder hat einen Sinn auf dieser Kugel, die durch das Universum flitzt. Ob man das glaubt oder nicht.

Das Problem mit der Zeit

Nun weitet meine Punkte auf die Gesellschaft aus und lasst sie 10-20-50-100 Jahre wirken. Wo führt das über Generationen hin? Leider leben wir schon seit tausenden von Jahren so. Man muss nur vor die Haustür treten und sieht, wohin das führt.

Jemand, der seinen eigenen Wert vergessen hat, strahlt das aus. Jemand der „schwach“ wirkt, bekommt in unserer Gesellschaft „sein Fett weg/ wird ausgenutzt“, anstatt dass wir ihm unter die Arme greifen und hochheben. Das ist ein Verbrechen an der Menschheit, von uns selbst begannen. Außerdem versucht jeder, das Beste für sich herauszuholen, wenn es sein muss mit den Ellenbogen. Manchmal ist allerdings das Beste für alle, das Beste für den Einzelnen, aber das versteht die Masse nicht. Das sich dazu der Einzelne minimal zurücknehmen muss, geht auch kaum in die Köpfe der Masse.

Ich vermute, dass das mit der Zeit besser werden wird. Roboter werden uns die Arbeit abnehmen, ein Grundeinkommen ist unabdingbar und wir werden mehr Zeit für uns haben, mehr Möglichkeiten uns zu entwickeln und uns selbst zu finden.

Selbstwert und Suizid

Ich kann jeden völlig verstehen, wenn er sich durch diese und andere Punkte überlastet fühlt und denkt, der Tod wäre der einfachste Weg aus diesem Wahnsinn. Ich war früher selbst so. Mir hat allerdings nie jemand gesagt, dass mein Leben ein Geschenk ist, meine Zeit begrenzt und dass ich das !FÜR MICH Beste! daraus machen sollte. Die anderen verstummen in diesem Prozess. Wer es braucht, kann über Meditation seine Gedanken wunderbar in den Griff bekommen. Notwendig ist es allerdings nicht. Natürlich bewiesen durch selbst ausprobieren.

 

Viel Spaß dabei!

 

C-L Ludwig

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