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Bewusst leben 5: Allein sein

Alleine sein

Viele Menschen haben große Probleme, mit sich selbst und ihren Gedanken allein zu sein. In unserer Gemeinschaft lenkt man sich vermutlich deswegen so oft wie möglich mit irgendwelchen Beschäftigungen ab. Sei das Fernsehen, das Handy, Videospiele oder sonstiger Zeitvertreib, von dem im Anschluss oftmals nichts bleibt. Um bewusst zu leben ist es allerdings essenziell, dass man Zeit für sich einräumt. Eine Stunde allein am Baggersee verbringen, allein durch den Wald spazieren oder sich in die Badewanne legen – Alles Möglichkeiten, um mit sich selbst Zeit zu genießen und zu lernen, mit seinen Gedanken klar zu kommen.

Anfangs scheint das eine unlösbare Aufgabe und kaum länger als wenige Minuten machbar. Man hat sich schließlich ein Leben lang nie mit seinem Inneren auseinandergesetzt. Dadurch ist viel Müll hängen geblieben, den es zu klären gilt. Oftmals sind das die Ansichten anderer, an die man mit der Zeit selbst angefangen hat zu glauben. Das fängt bei unscheinbaren Sachen an: Höre ich wirklich die Musik, die mir gefällt, oder ist das die Musik meiner Freunde, bei denen ich mich eingeklinkt habe? Trinke ich wirklich gerne Alkohol oder ist der Gruppenzwang dafür verantwortlich? Ab und zu ist man aber auch selbst schuld an den Grenzen, in denen man sich bewegt: Mag ich wirklich keinen Käse oder hat das irgendwelche verschleierten Gründe in meinem bisherigen Leben?

Pumuckl und der Käse

Ein Beispiel aus meinem Leben, das zwar verrückt klingt, sich aber wirklich so zugetragen hat: Ich habe als Kind beschlossen, keinen Käse zu mögen. Der Pumuckl hat nämlich in einer Folge verkündet, dass die Löcher durch Bakterienfürze entstehen. Damit war für mich Käse etwa 20 Jahre lang tabu. Ich habe ihn einfach abgelehnt, ohne zu probieren. Es brauchte erst ein Weinfest und mit Käse belegte Brötchen, um mich verstehen zu lassen, dass mir Käse eigentlich schmeckt.
Man sagt, dass nahezu alle Atome im menschlichen Körper alle fünf bis sieben Jahre vollständig ersetzt sind. Das ist allerdings ein Irrtum. Je nach Organ funktioniert das unterschiedlich schnell. Das Skelett benötigt dabei am längsten: etwa zehn Jahre. Meiner Meinung nach sollte man nach diesem Prinzip in gewissen Abständen Dinge, die man eigentlich ablehnt, abermals ausprobieren. Schließlich hat man sich selbst „erneuert“ und möglicherweise seinen Geschmack geändert. Natürlich brauche ich nicht alle paar Jahre Bungee springen, wenn es mir beim ersten Mal nicht gefallen hat. Wer aber denkt, dass es ihm Jahre später Spaß machen könnte: Probieren geht über Studieren!

Unterschied Einsamkeit und allein sein

Wichtig ist außerdem, dass man den Unterschied von Allein sein und Einsamkeit versteht. Einsam kann man nämlich in mitten von Tausenden von Menschen sein, allein allerdings nicht. Die Einsamkeit beschreibt daher eher die Abwesenheit von Anerkennung, Beachtung und dem Gefühl gebraucht zu werden. Dieser Zustand ist somit von meinen Mitmenschen und mir abhängig. Die Einsamkeit sollte hierbei als ein Warnsignal des Geistes betrachtet werden. Wenn ich mich einsam fühle, bin ich am Zug, um an meiner Situation etwas zu verändern. Einem Verein beitreten, mit den Arbeitskollegen um die Häuser ziehen oder online mit Fremden diskutieren – alles kann einem Individuum helfen.

Allein sein ist hingegen ein bewusst beschlossener Zustand, bei dem man sich für einige Zeit von der Außenwelt abschirmt. Dies kann sehr gut durch Meditation realisiert werden, für die es mehr als genügend Anleitungen im Internet gibt. Anfangs dreht das Hirn in der Stille zwar auf und erinnert an einen Sack Flöhe. Mit der Zeit und einiger Übung wird man jedoch ruhiger, zentrierter und beginnt, die Stille und seine Gedanken zu mögen. Man lässt nach und nach seinen Stress, Ärger und Frust los und wächst zu einem ausgeglichenen Menschen heran. Wie immer: Wissenschaftlich bewiesen durch ausprobieren!

Ich persönlich sitze gerne nur für mich an einem ruhigen Ort und höre Musik. Als weitere Beispiele hilft mir Surfen ungemein, ähnlich Bogen schießen oder den Sonnenuntergang betrachten. Ich halte mich auch gerne in der Natur und botanischen Gärten auf, schlendere über Flohmärkte oder sonne mich. Das sind alles Dinge, die mir in der Gruppe Spaß machen, die ich aber auch liebend gerne nur für mich genieße – ein sehr befreiendes Gefühl.

Auf welche Weise jemand allein sein möchte, liegt einzig und allein an der Person selbst. Ich möchte hier nur darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Viele sind unglücklich und wissen nicht, wie einfach es ist, ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen, in dem man einfach einige Zeit nur dasitzt und meditiert. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wie immer dürft ihr mir gerne Kommentare hinterlassen, E-Mails schreiben und meine Artikel auf allen sozialen Plattformen teilen.

 

C-L

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