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Bewusst Leben 23: Konzerne

Geld regiert die Welt, sagt man. Meiner Meinung nach sind es eher die großen Konzerne, die das Geld in der Hand haben, die damit die Welt regieren. Je größer ein Unternehmen, desto mehr Schlupflöcher scheint es zu geben. Riesige Konzerne können sich die besten Anwälte leisten, können so den Normalbürger allein schon durch ihr Kapital vor einer Aufmüpfigkeit abschrecken und beweisen immer wieder, dass ihnen ein schneller Gewinn wichtiger ist, als auf lange Zeit nachhaltig zu produzieren. Eins wird dabei allerdings vergessen: Die sind wenige, wir sind viele.

Ob man von einer Fluggesellschaft für eine Verspätung Geld einklagen muss, mit dem Dieselmotor seines Autos zu kämpfen hat oder der KfZ-Händler des Vertrauens einen Fehler bei der Reparatur des Wagens „einbaut“. Jedes Mal kostet es Nerven und Zeit, macht keinen Spaß und vermiest den Tag. Außerdem steht vor einem auch nur ein Mensch, der an meinem Problem wahrscheinlich unbeteiligt ist. Meine Wut an ihm auszulassen bringt niemandem etwas. Die, die die Entscheidungen über Unternehmensausrichtung, Philosophie und Herangehensweisen bestimmen, haben mit dem Endkunden meist wenig zu tun. Es gibt selbstverständlich auch Unternehmen, die auf Details wie Umwelt, Menschlichkeit und Verträglichkeit achten, die derzeit größten gehören allerdings zu einer anderen Sparte.

Wie wehrt man sich?

Wie gesagt – wir sind viele. Eine friedliche Lösung besteht darin, dass jeder sein Kaufverhalten anpasst. Selbstverständlich ist der Dschungel aus Marken, Discountern und Bioläden kaum mehr zu durchschauen und man benötigt schier ein Studium, um mit dem Groß- und Kleingedruckten klarzukommen – wie im Recht, der Politik oder beim Abschließen eines Handyvertrags, nebenbei bemerkt. Allgemein bekannte und als schädlich bewiesene/ empfundene Inhalts- oder Verpackungsstoffe wie Palmöl, Kunststoff bei Obst und Gemüse oder die vielen Zusatzstoffe zur Stabilisierung und Geschmacksverstärkung kann man nach einer kurzen Lektüre im Internet locker ausweichen. Mit der bewussten Entscheidung zum Konkurrenzprodukt liefert man beim Bezahlen ein eindeutiges Statement ab. Dieses Statement über einen längeren Zeitraum von einer großen Masse an Menschen löst eine neue Art der Markt- und Markengestaltung aus – bin ich mir sicher.

…Kaufverhalten

Nur mit einbrechenden Umsätzen bringt man die großen Konzerne zum Umdenken – und falls sie sich dagegen entschließen, gewinnt eben die Konkurrenz an Marktwert. Durch ein bewusst gesteuertes Kaufverhalten ändern wir zusätzlich die Arbeitsbedingungen der eigentlichen Erzeuger unserer Produkte, stärken eine nachhaltige Wirtschaft und tragen einen kleinen Teil dazu bei, dass die Welt sich verbessert – auch wenn es für den Kaffeebauern in Kolumbien, den Gemüsebauern in Spanien oder die Näherin in Bangladesch ist – das kommt irgendwann zurück.

Ein weiteres Ding ist unsere persönliche Einstellung zu unserem Konsumverhalten. Wir achten wenig darauf, was auf unseren Tellern landet, dafür kennen wir uns (zum Teil!) mit den neuesten Smartphonegeräten aus und lechzen jährlich auf die Veröffentlichung von Features, die die Konkurrenz vor Jahren eingebaut hat. Das Marketing hat einem diese Neuerungen allerdings als nie dagewesen vermittelt. Dass eine große Firma die Wahrheit etwas „dehnt“, um an Verkäufe zu kommen, ist eigentlich auch logisch. Lauft zudem mit offenen Augen durch die Lebensmittelregale und überlegt euch, wie weit die Grenze zur Reizüberflutung entfernt liegt.

Die Armutsschere

Unsere Armutsschere wird immer größer, aus einem einfachen Grund: Armut zieht mehr Armut nach sich. Anstatt dass man sich einfach eine neue Matratze kauft, riskiert man lieber das Rückenleiden im darauffolgenden Jahr; kann dann allerdings kaum noch für die neue Matratze arbeiten, der Rücken tut weh – als einfaches Beispiel. Wie es Statistiken zeigen, bedeutet weniger Geld auch weniger Bildung, was das Problem über die Jahre und Jahrzehnte immer akuter werden lässt und einer gesunden Mittelschicht extrem schadet.

Dazu haben wir das Problem, das Managergehälter immer größer werden, die breite Masse aber zu wenig verdient. Hier passt ein Model, dass sich „Boiled-Frog-Syndrome“ nennt. Bei diesem Gedankenexperiement setzt man einen lebendigen Frosch in einen, mit Wasser gefüllten Topf auf dem Ofen. Der kaltblütige Frosch passt seine Temperatur an die des Wassers an. Wenn man jetzt das Wasser langsam (!) erhitzt, bleubt für den Frosch die Veränderung beinahe unbemerkt und er versucht sich anzupassen. Mit steigender Temperatur wird dies allerdings immer schwieriger. Bis er bemerkt, dass ihn sein Verhalten tötet, ist es für ihn zu spät und ihm fehlt die Kraft, um aus dem Wasser zu hüpfen.

Frosch oder Ofen oder beides

Wer sich jetzt selbst reflektiert und über sein bisherigen Leben nachdenkt – in welchen Situationen war man der Frosch, in welchen der Ofen? Wie mit allem im Leben gibt es nämlich zwei Seiten zu dieser Geschichte. Meiner Meinung nach müssen wir anfangen und einsehen, dass Leben vor Geld geht – in unserer heutigen Zeit sehen das aber einige anders und gelangen mit dieser Lebens-verachtenden Einstellung in Positionen, in denen sich jemand „ohne“ Gewissen nie befinden sollte. Wie kommt es sonst, dass ein Konzern der  „das Menschenrecht auf Wasser, das 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde, uneingeschränkt anerkennt“ in armen Ländern den Einwohnern die Wasserzufuhr abgräbt und Landstriche verdursten? Im übrigens zieht der Konzern jährlich sieben Milliarden Euro Profit aus dem Wasserhandel – ist das etwa normal?

Von solchen Dingen berichten unsere Medien kaum. Wenn sich unsere Massenmedien allerdings dafür einsetzten würden, dass solche Dinge ans Licht kommen und die breite Masse davon erfährt, unvorstellbar, wie schnell sich Dinge ändern würden – und die Einschaltquoten wären wahrscheinlich weitaus besser und sogar verdient.

 

Wie lautet eure Meinung zu diesem Thema? Ich habe hier nur einige Grundzüge geschildert, könnte aber über dieses Thema viele Seiten füllen. Wie lautet eure Meinung dazu? Hinterlasst mir einen Kommentar, schreibt mir eine E-Mail oder eine Nachricht via Social-Media – natürlich seid ihr dazu eingeladen, meine Artikel zu teilen und zu verbreiten – ich freue mich über jede Unterstützung!

 

C-L Ludwig

 

 

 

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