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Bewusst Leben 22: Verantwortung und Schuld

In unserem Leben hat jeder schon einmal die Schuld für Missgeschicke entweder verdrängt oder jemand anderem zugeschoben, wenn auch nur in Gedanken. Unser Gehirn scheint schnell jemanden gefunden, dem es die Schuld für Probleme aufdrücken kann. Wir wissen zwar oftmals, dass wir selbst auch etwas hätten anders machen können, nehmen aber lieber den Fremden, das Wetter oder den Veranstalter in die Schuld. Meiner Meinung nach fehlt uns an diesem Punkt die Einsicht, dass einzig und allein wir selbst unsere Realität bestimmen – unsere Mitmenschen, das Wetter oder der Veranstalter führen eigentlich nur aus, woran wir gedacht haben. Das mag verrückt klingen, ist bei genauem Betrachten aber die Realität.

Der Unterschied von Schuld und Verantwortung

Hat jemand schon einmal über den Unterschied von Schuld und Verantwortung nachgedacht? Meiner Meinung nach ist der Einzige, dass Schuld negativ behaftet ist, während wir das Wort Verantwortung eher für (bis dato) positive Ereignisse verwenden. Schließlich hat ein Veranstalter die Verantwortung für ein Festival; falls etwas schiefgeht, wird er in die Schuld genommen. Anderweitig betrachtet, sollte uns Schuld auch direkt in die Verantwortung ziehen – schließlich haben wir etwas verschuldet. Für gewöhnlich sollte es dann unsere Verantwortung sein, diese Schuld zu beheben. Falls es dazu zu spät ist – sollten wir uns schlichtweg im Klaren sein, dass wir etwas „angestellt“ haben und daraus lernen – damit wir den Fehler zum letzten Mal gemacht haben, anstatt ihn zu wiederholen.

Wenn man in anderen Quellen nachliest, wird einem geraten, Schuld und Verantwortung niemals zu vermischen – meiner Meinung nach ist das Blödsinn. Es wird beschrieben, dass Schuld zu Drama führt und sie zudem Verantwortung verhindert – genau der gleiche Blödsinn. Problem dabei ist unsere Gewohnheit. Wir sind es gewohnt, möglichst wenig Verantwortung zu übernehmen, wollen das Mitleid der anderen und wollen (!) Weiterleiden – dann bleibt nämlich alles so, wie wir es gewohnt sind. Wer aber will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt (hat Erich Fried gesagt) – meiner Meinung nach gehört der Satz etwas umschrieben: Wer will, dass die Welt bleibt wie sie ist, der verhindert eine bessere Zukunft.

Um sich meine These kurz zu verdeutlichen, hier ein Beispiel: Ich habe die Verantwortung für den Ausflug – Ich habe die Schuld an dem Ausflug. Wo steckt der Unterschied?

Was tun?

Um aus dem Hamsterrad zu entkommen bleibt meiner Meinung nach nur eine einzige Lösung: Geistig aufstehen und Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen. Dazu gehört die Verantwortung/ Schuld für alle eigenen Lebensereignisse als einen Teil von sich selbst zu sehen (wenn auch nur geistig) und sich im Klaren sein, dass jeder einzelne Mensch über sein Schicksal entscheidet – durch Gedanken, Gefühle und Gespür.

Mit der Zeit schwindet so das Schuldgefühl und verwandelt sich in angenehme Verantwortung, aus der man lernt, stärker wird und durch die man sich täglich verbessert. Mit der Zeit zieht man dann immer größere und schönere Ereignisse in sein Leben, genießt jeden Moment des Daseins und freut sich, den lange überfälligen Schritt der Selbstfindung gegangen zu sein. Wichtig hierbei ist, dass man niemals auf andere wartet und unbeirrt seinen Weg geht. Wer auf andere wartet, wartet ein Leben lang.

 

C-L

 

 

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