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Bewusst Leben 17: Unsere größte Angst

Wovor hast du am meisten Angst?

In meinem letzten Beitrag bei „Bewusst leben“ habe ich über Angst im Allgemeinen geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich allerdings noch eins drauf setzen und euch mit eurer größten Angst vertraut machen. Dabei kommt erstmal die Frage auf: Welche Angst ist das? Viele haben die Meinung, dass es sich dabei um die Angst vor dem Tod handelt. Das ergibt eigentlich auch Sinn, schließlich beendet der Tod unser Leben und keiner weiß, was danach kommt. Wenn man auf diese Situation allerdings einen genaueren Blick wirft – haben wir dann Angst davor tot zu sein oder fürchten wir uns vor etwas anderem? Meiner Meinung nach machen wir uns bei der Angst vor dem Tod mehr Gedanken darum, dass wir unsere Mitmenschen zurücklassen. Wie ich darauf komme, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Warum wirkt Werbung?

Was diese Überschrift wohl mit Angst zu tun hat? Alles! Werbung kennt jeder, sie ist überall und sie baut meiner Meinung nach auf Angst auf. Man suggeriert uns, dass wir das beworbene Produkt benötigen. Über welche Emotionen wird dieses Gefühl allerdings in uns aufgerufen? Ich denke, dass das über die Angst vor der Meinung anderer funktioniert. Wenn ich schließlich keine weißen Zähne habe, finden mich andere Menschen nicht attraktiv. Wenn ich mit einem alten Handy durch die Gegend laufe, denken dann die anderen, dass ich wenig Geld habe? Wenn ich die Fernsehsendung nicht sehe, kann ich mit den anderen nicht mitreden, und so weiter.

Meiner Meinung nach spielt die Werbung mit einer unterbewussten Angst, vor der wir kaum eine Ahnung haben, dass sie da ist. Da wir immer mehr mit Werbung bombardiert werden, steigert sich diese Wirkung mittlerweile so stark, dass manche Menschen quasi „ausbrennen“. Hier ist wohl der Gedanke einen Fehler zu machen ständig präsent und wird durch die Angst vor der negativen Meinung der anderen, seien das Kollegen oder Bekannte, noch verstärkt.

Woher kommt dieses Denken?

Wann und wie haben wir dieses Denken entwickelt? Wenn wir uns mit dem Leben vor 20-30-50 Jahren beschäftigen, war es dann auch so? Depressionen waren eine kaum vorhandene Krankheit, Burnout war noch nicht erfunden und auch sonst waren die mentalen Krankheiten, die wir heute kennen, weit weniger vorhanden. Dabei fällt eines auf: Wir waren zu dieser Zeit weniger vernetzt, es gab kein Internet und wir wurden weniger mit Werbung bombardiert. Unser Leben fand weniger digital statt und wir mussten weniger mit den schönen Models aus Zeitschriften und Internetseiten konkurrieren. Der Zugang zur Pornografie war weitaus schwerer und niemand redete uns ein, dass wir ein perfektes Leben vorspielen müssen, um gemocht zu werden. Auf gut Deutsch: Wir machen uns mittlerweile selbst verrückt, um Menschen zu gefallen, denen wir vollkommen egal sind.

Was gibt es zu tun?

Um sich aus diesem Denken zu befreien, bleibt dem Einzelnen nur eine Möglichkeit: Sich die unterbewussten Tricks seiner Mitmenschen und Werbetreibenden bewusst zu machen und aufzuhören, darauf zu reagieren. Mir kann ein Getränkehersteller schließlich noch so oft vorgaukeln, dass ich mich mit seinem Orangengetränk viel besser fühle, Spaß und Freunde habe und mehr gemocht werde, wenn ich die süße gelbe Brühe trinke – ob ich diese Gedanken allerdings in mein Hirn und mich davon beeindrucken lasse, entscheide nach wie vor ich allein.

Außerdem kann die Information, dass die Angst vor der Meinung anderer existiert, stark dabei helfen, dieselbe zu überkommen. Das funktioniert natürlich nicht über Nacht, aber jeden Tag ein bisschen besser – Persönlichkeitsentwicklung vom Feinsten!

 

C-L Ludwig

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