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Bewusst Leben 15: Werbung

Werbung – immer und überall

Beinahe überall auf der Welt sind wir chancenlos einer der größten Geißeln der Menschheit ausgesetzt: Werbung. Wir werden aus allen Ecken damit beschallt, bekommen die bunten Bildchen auf der Straße, im Fernsehen und Internet serviert und können nicht anders als hinsehen. Weghören soll sogar unmöglich sein. Mit der Zeit ist dabei die Werbung und das Marketing immer ausgeklügelter geworden. Psychologen beschäftigen sich damit, wie sie Menschen ein Produkt besser/ einfacher verkaufen können und greifen dazu auf unfaire Mittel zurück. Ein Beispiel dazu ist unterschwellige Werbung:

Unterschwellige Werbung

Früher wurde zu Testversuchen in Kinofilmen einzelne Frames durch Werbeeinblendungen ersetzt. Für den Zuschauer blieb das unbemerkt, im Unterbewusstsein entwickelte er allerdings ein Verlangen nach dem gezeigten Produkt – wenn es zu einem seiner momentanen Bedürfnisse passte. Man saß also im Kino, der Bauch grummelte und auf der Leinwand erschien, für den Bruchteil einer Sekunde: „Hunger – Popcorn“ oder „Trink Cola“. Somit wurde ein unterschwelliges Bedürfnis geweckt. Ziel dieser Vorgehensweise ist das Verhindern einer Abwehrreaktionen (!) des Konsumenten – was ich als völlig krank einstufe. Was allerdings das Unterbewusstsein mit den Informationen macht, daran hat niemand gedacht. Wie mit allem braucht unser Gehirn manchmal, um Informationen zu verarbeiten. Ich denke, dass die unterbewusste Werbung generell und immer anschlägt – allerdings ist der Zeitpunkt unmöglich messbar, da jedes Gehirn verschieden ist und unterschiedlich lange braucht, um sich die Informationen bewusst zu machen aka. Bock auf Popcorn und Cola entsteht.

Inzwischen wird das auf eine ähnlich dreckige Art im Fernsehen abgezogen: Produktplatzierungen. Das wird zwar nicht zu unterschwelliger Werbung gezählt, aber diese Grenze ist fließend. Zwar müssen die deutschen Fernsehsender ankündigen, dass die Sendung durch Produktplatzierungen finanziert wird – Das Verhältnis von Ankündigung und Werbung ist allerdings völlig daneben. Außerdem sind die Platzierungen mittlerweile so gut versteckt, dass sie einem Gehirn, das wenig aufpasst, kaum auffallen. Der Schau-spieler holt nebenbei eine Flasche aus dem Kühlschrank, man redet über das neue Angebot eines Smartphone-Herstellers oder diskutiert über den Kauf eines Autos. Die Werbung ist also in die Story eingebaut und soll einem nebenbei das Gefühl geben, dass die „Helden aus dem Fernsehen“ ähnliche Probleme wie der Zuschauer hat. Dabei wird dem Hirn im Feierabend-Modus eine Art Beratung eines Freundes vorgaukeln. Zumindest kommt mir das bei einigen Serien der Kategorie „seichte Unterhaltung“ so vor.

Wirkung auf Kinder

Die größten Marketing-Schweine von allen sind die, die auf Kinder losgehen. Werbung gehört aus dem Kinderzimmer verbannt und jede Firma, die auf die jüngsten abzielt, sollte von den Erwachsenen vollständig blockiert werden. Nehmen wir eine berühmte Fast-Food-Kette, die im Endeffekt auch nur ein Clown ist oder sich als König ausgibt: Man verkauft ein Menü mit Spielzeug und zieht über die Kinder die Erwachsenen in den Laden…schließlich gibt es dort auch einen Spielplatz oder ein Bällebad und das Essen „schmeckt“.

Das unser Geschmackssinn ausschließlich mit Geschmacksverstärkern veräppelt wird, daran denkt keiner. Dass das Menü teuer ist und das Sättigungsgefühl innerhalb einer Stunde verschwindet, scheint auch egal zu sein. Schließlich ist die Kombination aus frittiertem Fett und Zucker in Tagesdosen eine süchtig machende Kombination – und pures Gift für ein sich entwickelndes Gehirn. Der kleine Burgerladen um die Ecke, der frisches und echtes Fleisch verwendet, die Brötchen selbst backt, die Pommes in der Küche schält und schneidet, zieht gegen den Giganten, der Millionen in Werbung steckt, natürlich den kürzeren – Solange wir das zulassen. Umdenken ist angesagt!

Auf meinem Instagram-Profil habe ich mich schon die Sache mit der Kinderküche angesprochen. Im Laden sind die Einkaufskörbe, die Produkte von Nestle (die müssen weg!) enthalten natürlich günstiger als die markenlose Alternative. So ist es verständlich, das dieses Produkt gewählt wird – jeder versucht Geld zu sparen. Eine bessere Konditionierung als Produkte schon im Kindesalter zu benutzen oder im eigenen kleinen Laden zu kaufen bzw. verkaufen gibt es aber wohl kaum. Es gibt Kaffeemaschinen berühmter Hersteller für Kinder – Wozu?. Man findet Kochtöpfe, die das Logo des bekannten Herstellers groß aufgedruckt haben und überteuerte Markenklamotten für Babys. Wohin das die Menschheit führt, soll sich jeder selbst ausdenken. Erziehung ist schließlich Sache der Eltern. Mitdenken und Empathie für das Kind entwickeln sollte dabei jeder.

Werbung ist nötig – wirklich?

Wie nötig ist Werbung? Es herrscht die allgemeine Meinung, dass dadurch unsere allzu teuren Filmproduktion, Produktentwicklungen etc. bezahlt werden. Trotzdem schaffen es ständig Menschen ohne Eigenkapital in ihrer Garage die Welt zu verändern. Auf die Idee kommt es an!

Die größten Firmen setzen Milliarden um und können das mit schlechten Produkten. Nehmen wir das schwarze Gebräu, dass es überall auf der Welt zu kaufen gibt – mit 35 Stück Würfelzucker auf einem Liter Getränk. Schmeckt das Produkt aber wirklich gut oder trinken wir es, weil uns eingeredet wird, dass es gut schmeckt? Mir persönlich ist eine Cola von einem kleinen Hersteller aus der Umgebung viel lieber. Was würde passieren, wenn der große Hersteller aufhört, uns derart mit Werbung zu beschießen? Ich denke, dass die Firma innerhalb von ein bis zwei Generationen zugrunde gerichtet wäre. Schließlich gibt es endlos viele Alternativen, die gesünder sind und deren Geschmack nicht an eine Apotheke erinnert.

Ich denke, dass wir Werbung noch benötigen. Mit der Zeit werden sich allerdings immer mehr Menschen dagegen wehren und sich informieren. Ahnungslos im Informationszeitalter zu sein, ist schließlich eine Entscheidung bzw. ein Beschluss. Solche Leute halten unsere Entwicklung auf, müssen das allerdings selbst erst einmal verstehen – das ist aber unterwegs und kommt schneller, als man denkt.

 

Ich freue mich über Kommentare und das Teilen meines Artikels. Ich wünsche mir eine größere Reichweite für meine Artikel, damit mehr Menschen aufwachen und sich bewusst werden, dass sie als kleines Zahnrad an unserer Art zu leben Schuld sind. Schließlich lässt jedes Zahnrad die große Maschine weiter laufen. Wenn eins allerdings kaputtgeht bzw. die Schnauze voll von weiterdrehen hat, verändert das die Wirkung für die Maschine völlig. Nebenbei bemerken andere Zahnräder, dass sie auch pausieren können und es ihnen egal sein kann, ob die Maschine, die Geld für andere druckt, weiterläuft.

Peace!

Christian-Lothar Ludwig

 

 

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