Bewusst Leben 13: Lachen und Lächeln

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Bewusst Leben 13: Lachen und Lächeln

Was kostet ein Lächeln?

Habt ihr euch jemals in einer stark frequentierten Passage auf eine Bank gesetzt und die Menschen beobachtet, die an euch vorbeilaufen? Ich könnte das stundenlang tun. Mir macht das Spaß. Allerdings fällt mir eins immer mehr auf: Die Menschen lächeln nicht. Aus irgendeinem Grund lässt der größte Teil die Mundwinkel hängen und schaut düster drein. Mittlerweile gibt es sogar Lachforscher (Gelotologen), die herausgefunden haben, dass das Lächeln bei Erwachsenen stetig weniger wird. Als Kind lachen wir etwa 400 mal am Tag, als Erwachsener sind es noch ganze 15 mal. Ich frage mich, wann und wo uns der sogenannte Ernst des Lebens einholt und ob dieser Ernst überhaupt existiert, oder ob wir ihn uns selbst einreden bzw. einreden lassen. Darüber muss sich allerdings jeder selbst Gedanken machen. Das Lachen jedoch einen höheren Stellenwert haben sollte, als wir ihm zuteilen, möchte ich diese Woche bei „Bewusst Leben – Lächeln“ verdeutlichen.

Was soll Lachen schon bringen?

An einem Lachen arbeiten 135 Muskeln im Körper mit. Begonnen unter den Augen, über die Muskeln an den Mundwinkeln bis hin zu den Hals und schlussendlich den Bauchmuskeln. Dabei versetzen wir unseren Körper in eine Art positiven Stresszustand, der dazu führt, dass wir mehr Sauerstoff ins Blut bekommen, Stresshormone abbauen und unser Immunsystem stärken. Dafür, dass Lachen Spaß macht, bekommen wir also einiges zurück. Unsere Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung verbessert sich und der Blutdruck sinkt, außerdem sinkt die Schmerzempfindlichkeit um etwa 30 %. Das sind allerdings nur ein paar der medizinischen Effekte des Mundwinkel-Hochziehens. Ganz nebenbei bringt es uns noch andere Nützlichkeiten mit sich:

Lachende Menschen werden als attraktiver wahrgenommen, sind erfolgreicher beim Flirten, kreativer und stressfreier, um nur ein paar Vorteile zu nennen. Der größte von allen, ist aber, meiner Meinung nach, die fehlende Sprachbarriere beim Lachen. Jeder Mensch, überall auf der Welt, versteht mein Lachen und lässt sich anstecken. Dabei ist es egal, ob dieser Mensch fernab der Zivilisation lebt und nur einen Lendenschurz trägt, oder eine weltweit berühmte Persönlichkeit ist – wir sind alle gleich gepolt.

Lachen und Lächeln

Zum laut Lachen braucht man Gründe. Manchmal reicht die Erinnerung an eine Situation, ein Witz oder sonst etwas, das einem das Zwerchfell beben lässt. Meiner Meinung nach, gehört zum lauten Lachen somit die Interaktion mit seiner Umgebung – das können Tiere, Menschen, der Fernseher oder Aufkleber usw. sein. Beim Lächeln sieht das allerdings anders aus. Meine Mundwinkel nach oben bewegen kann ich auch ohne das Zutun von außen. Das ist eine Entscheidung, die ich in meinen Gedanken fälle und über die Nervenbahnen an meine Muskeln weiter gebe. Wie ich schon bei „Positivität“ geschrieben habe, steuern schließlich unsere Gedanken unsere Realität. Angenommen ich bin schlecht gelaunt, zwinge mich aber mit einem einzigen Gedanken zum Lächeln – dann dauert es Minuten, und meine Stimmung zieht nach. Ich hole mich also selbst aus meinem Loch der Negativität. Wie immer: Wissenschaftlich bewiesen durch selbst ausprobieren. Was die Wissenschaft dazu sagt, kann dem Individuum aber eigentlich auch egal sein – Hauptsache, es funktioniert, und das tut es.

Lachen an unpassenden Orten

Viele Menschen vertreten die Meinung, dass Lachen und somit Spaß an manchen Orten unpassend ist. In einem Krankenhaus wird daher (meiner Meinung nach) zu wenig gelacht! Man sagt, dass Lachen die beste Medizin ist. In diesem Satz steckt wohl einiges an Wahrheit, siehe oben. So berichten Arbeitgeber mit einem lässigen und offenen Betriebsklima von erhöhter Produktivität, weniger Fehlzeiten und der Senkung von körperlichen und psychischen Problemen ihrer Mitarbeiter. Auch wer in einem Vorstellungsgespräch seinen Gegenüber zum Lachen bringt, hat alles richtig gemacht. Dieser eine Wettbewerber bleibt schließlich im Kopf, im Gegensatz zu dem Dutzend austauschbarer Gesichter, die davor und danach im Gespräch saßen.

Wenn man jedoch bei einer Beerdigung am Grab steht, würde ich das Lachen unterbinden – da gehört es irgendwie nicht hin, schließlich wollen andere trauern. Beim Leichenschmaus hingegen sieht das wieder anders aus. Meiner Meinung nach gehören dort die lustigsten Geschichten des Verstorbenen erzählt und sein Leben gefeiert. Traurig kann ich nämlich auch allein zu Hause sein oder bei einem eigenständigen Besuch am Grab. Hier ist Feinfühligkeit gefordert und das „Lesen der Stimmung/ des Raums“.

Allgemein sollten wir mehr Lachen. Schlichtweg öfters die Mundwinkel nach oben ziehen und so oft wie möglich unsere Mitmenschen zum Lachen bringen. Manche haben Talent dafür, andere lassen sich von diesen Menschen inspirieren. Jedem das seine. Wichtig ist, dass man weiß, dass man sich selbst positiv beeinflussen kann – nur durch ein paar Muskeln im Gesicht und einem Gedanken.

Wie immer freue ich mich, wenn du diesen Artikel teilst, mir einen Kommentar hinterlässt oder meine Arbeit weiterempfiehlst. Mir interessiert dabei, ob diese Reihe jemandem hilft. Ansonsten werde ich sie einstellen und mir etwas anderes suchen.

C-L Ludwig

 

 

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