Bewusst Leben 11: Die Kirche

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Bewusst Leben 11: Die Kirche

Verein, Gemeinschaft, Sekte, Kirche?

Was haltet ihr von einem Verein, der etwa 200 Milliarden Euro auf der Seite hat, monatlich einen Mitgliedsbeitrag in Form von Steuern fordert und trotzdem bei jedem Meeting um eine Spende bittet? Was denkt ihr über eine wohltätige Organisation, die ihr Vermögen lieber in Immobiliengeschäfte und Wertanlagen steckt, als sie den Armen und Kranken zur Verfügung zu stellen? Wie geht man mit einem Verein um, der Kinderschänder schützt? Wie soll man einer Vereinigung trauen, wenn sie sich weigert ordentliche Zahlen offen zu legen? Wieso kann eine Zusammenkunft an „Religiösen“ mehrere Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften und trotzdem keine Steuern bezahlen? Wie kann ein Staat eine Kirche für Enteignungen entschädigen, die hunderte Jahre zurückliegen, vom Bürger allerdings so viel Steuern wie möglich verlangen? Ich wittere Ungerechtigkeit.

Man merkt es vielleicht: Ich mag die Kirche nicht. Das möchte ich jedoch nicht auf jeden „Mann Gottes“ verallgemeinern, sondern auf die, die die Fäden in der Hand halten und sie missbrauchen. Es gibt garantiert viele Religionsangehörige, die mit besten Intentionen fromm sind bzw. ihr eigenes Bild von Kirche und Religion leben. Meine Frage dazu: Braucht es wirklich einen Verein, damit ich gläubig sein kann? Kann ich meine Verbindung mit Gott nur in einer Kirche unter Beweis stellen oder ist das jederzeit möglich, egal wo ich bin? Benötige ich jemanden der mir sagt, was Recht und Unrecht ist, was eine Sünde ist und was ich dafür tun muss, um sie wieder gerade zu biegen? Entscheide ich das nicht für mich selbst?

Glaubt, was ihr wollt

Meiner Meinung nach soll jeder glauben was er will. Ob man es Universum, Gott, das fliegende Spagettimonster, Satan, Mutter Natur oder Cthulu nennt, ist eigentlich völlig egal. Es ist alles eine Bezeichnung für etwas Höheres, das einem helfen soll, durch Leben zu kommen und das man mit Augen nicht sehen kann. Ein Atheist ist da anderer Meinung, aber das ist eben seine. Bleiben wir allerdings für diesen Beitrag bei dem Glauben, in den ich geboren wurde: das Christentum bzw. die katholische Kirche.

Eines ist mir in meinem bisherigen Leben mit Religion aufgefallen: Mir hat die Kirche nie bei irgendetwas geholfen. Ich bin als Baby getauft worden und war damit in diesem Glauben gefangen. Jahre später hat man mir gesagt, dass ich zur Kommunion muss, später zur Firmung. Damals war ich jung, habe mich dem Wunsch anderer ergeben und mitgemacht. Mittlerweile versuche ich allerdings irgendeinen Sinn hinter diesen Gepflogenheiten zu finden und sie zu rechtfertigen. Doch selbst beim besten Willen kann ich nur einen Grund entdecken: Ich spüle Geld in die Kassen.

Habt ihr euch jemals gefragt, wozu die katholische Kirche Gotteshäuser hat, die im Endeffekt auch nur vier Wände voller Prunk sind? Wäre es für eine Religion nicht angebracht auf Prunk zu verzichten und mit dem Geld den Bedürftigen zu helfen? Wenn es Gott wirklich gibt, denkt ihr, dass sie gut fände, was hier abgeht? Die Kirche hält sich für den verlängerten Arm Gottes, ist aber von Menschen gemacht und damit mit Fehlern behangen. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, egal wie sehr man Gott vertraut…die Kirche hat den Papst als Chef, nicht Gott.

Leiden soll helfen, angeblich

Die Kirche verbreitet meiner Meinung nach das Weltbild, dass Leiden befreit und hilft. Dazu ein beliebiges Zitat von einer katholischen Internetseite:
„Die Früchte des Leidens sind Reue und die Umwandlung der Sinne. Sie lehrt den Menschen, sich in Demut zu üben und schützt vor der Sünde und ungeordneter Liebe zur Welt.“

Denkt doch bitte ein paar Minuten über diesen Zweizeiler nach. Was steht da genau? Leiden ist die Antwort auf unsere Fragen? Liebe muss in bestimmten Bahnen laufen, um Liebe zu sein? Wenn ich leide, bin ich vor der Sünde (welcher Sünde eigentlich) geschützt? Ich finde es vor allem unter aller Kanone, dass diese Organisation das Wort Liebe verwendet. In denen ihren Augen ist nämlich die Liebe zwischen Frau und Mann eine andere Liebe als die zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Eigentlich sollten sie doch Liebe promoten… Die Liebe des Herrn ist für alle da…blablabla. Alle sind anscheinend gleich, aber manche sind halt gleicher. Dafür gibt es ein Wort: Heuchler.

Das Geheimarchiv des Vatikans

Was denkst du, wozu besitzt die Kirche ein Geheimarchiv mit Schriften, die dem Großteil der Öffentlichkeit verborgen bleiben? Zugang haben nämlich nur Personen mit einem Universitätsstudium und einem Forschungsauftrag. Insgesamt sollen es 85 Kilometer an Regalen sein, voll mit Informationen aus allen Epochen. Die ersten Werke werden auf das 8. Jahrhundert datiert und reichen über Briefe von Michelangelo zur Kaiserin Sissi und Abraham Lincoln. Dazu gibt es Anordnungen kirchlicher Herrscher, die etwa Folter erlauben, um Ketzern und Hexen Geständnisse zu entlocken. Alles Erinnerungsstücke an eine Zeit, die aus der Sicht des Vatikans gerne vergessen werden könnte.
Übrigens veröffentlicht die Kirche nur Schriftstücke, die älter als 70 Jahre sind. Derzeit weigert man sich, die Zusammenarbeit des Vatikans mit den Nationalsozialisten ans Licht kommen zu lassen. Über dieses Thema sollten sich Interessierte allerdings selbst genauer einlesen.

Noch etwas auf den Weg:

Hier noch in paar Fakten zur katholischen Kirche und dem Vatikan, die man uns im Religionsunterricht nicht beigebracht hat:

Nach der Übersetzung der Bibel ins Englische im Jahr 1611 wurden im Jahr 1684 ganze 14, der insgesamt 80 Bücher der Bibel schlichtweg entfernt. Gründe dafür konnte ich bisher keine finden, außer dass die Bibel selbst nur ein Teil der jüdischen Schriften ist und in einem Testament jeder Alleinerbe sein möchte. Daher werden Textteile gestrichen, verändert oder neue hinzugefügt. Ergibt Sinn, klingt aber sehr nach Verschwörungstheorie, oder?

Im Vatikan leben etwa 850 Menschen, davon besitzen aber nur etwa 570 die vatikanische Staatsbürgerschaft. Der Ausländeranteil liegt daher bei etwa 33%. Nebenbei bemerkt arbeiten etwa 3000 Angestellte im Vatikan.

Im Vatikan gibt es keine Umsatzsteuer und keinen Grundbesitz. Wer im Vatikan zur Miete wohnen möchte, muss zwingend ein Amt bekleiden. Die Miete kostet dann 4% des Einkommens, Telefon und Strom sind gratis.

Der Vatikan hat den seltensten genutzten Bahnhof der Welt. 2011 stieg Papst Benedikt hier ein, davor wurde er zuletzt 2002 und 1979 genutzt. Gelegentlich wurden Pilgergruppen und Waren in die Vatikanstadt gebracht. So zündet man professionell Gelder an!

 

Je mehr man sich mit der Geschichte und den Machenschaften dieses „göttlichen“ Vereins beschäftigt, umso widerwärtiger kommt einem das Ganze vor. Wenn man sich dann noch den Unterschied einer Religion zu einer Sekte verdeutlicht, wird einem etwas mehr bewusst, wie sehr wir uns von diesen Heuchlern hinters Licht führen lassen.

C-L Ludwig

 

 

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