Besser Leben 10: Schule und Lernen

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Besser Leben 10: Schule und Lernen

Wie lernst du am besten?

Wie lernt ein Mensch am besten? Gibt es dafür eine Anleitung oder benötigt jedes Individuum andere Methoden? Wenn jeder sein Wissen auf eine andere Weise beigebracht bekommen sollte, was passiert dann in unseren Schulen und warum wissen manche Menschen im Alter immer noch nicht, wie sie sich am einfachsten Wissen aneignen? Menschen lernen für gewöhnlich durch Zusehen, Ausprobieren, Lesen, erzählt und erklärt bekommen oder verschiedenste anderen Methoden. Fakt dabei ist, dass etwas, das ich auf eine Weise ausgezeichnet verstehe, für meinen nächsten vollkommen missverständlich bleiben kann.
Das hat allerdings nichts mit Intelligenz zu tun, sondern unserer eigenen Sicht auf Problemstellungen, unserer Herangehensweise und vor Allem der Bereitschaft bzw. dem Interesse zu lernen. Fehlt jedoch eines der beiden Letztgenannten, sind alle Versuche jemandem etwas beizubringen, aussichtslos. Aber woher kommt bei manchen Menschen die ablehnende Haltung gegen neue Denkansätze und Wissen? Wurde uns unsere Realität vielleicht schon in der Schule so stark vorgegeben, dass wir selbst im höheren Alter noch Angst davor haben, zu „rebellieren“?

Unsere Schulen

In der Schule bekommen wir eingetrichtert, dass der Lösungsweg des Lehrers der Richtige ist. Benutzt man andere Methoden, um an das Ergebnis zu kommen, wird das mit Punktabzug geahndet. Wer sieht darin eine tolle Lektion fürs Leben? Hoffentlich niemand, denn es ist weitab von guter Erziehung oder einer Vorbereitung auf das Erwachsen sein. Wenn ich als Kind mitbekomme, dass mir ständig Wege vorgegeben werden und von mir ausschließlich gefordert wird, dass ich diese durchkaue, auswendig lernen und nachahmen soll – zu was für einem Erwachsenem werde ich mich entwickeln?

Fragt doch bitte auch einmal einen Schüler, wie er durch die Prüfungen kommt. Die meist gehörte Antwort: Sich wenige Tage vorher mit dem Prüfungsstoff vollstopfen, sich dann auf das Prüfungsblatt auskotzen und im Anschluss wieder alles vergessen. Mittlerweile geht es nämlich nicht mehr um das angeeignete Wissen, sondern nur darum, zu bestehen. Da ist ein riesiger Unterschied.

Anstatt dass man der nächsten Generation Zusammenhänge altersgerecht erklärt und das Wissen anwenden lässt, werden Kinder immer mehr zu hirnlosen Marionetten degradiert, die sich dem Konsum ergeben sollen. Sie kommen aus der Schule, können Integrale berechnen, kennen sich in einer Programmiersprache aus, die vor Jahren schon veraltet war und lernen zusätzlich im Musikunterricht irgendwelches unnützes Zeug, anstatt dass man sie Instrumente probieren lässt und in ihnen Leidenschaft weckt. „Unsere Gesellschaft läuft schließlich schon immer so!“ Ob sich mit dieser Einstellung in den letzten Jahren viel verbessert hat und wo das in Zukunft hinführt – sollte wsl. jeder für sich selbst entscheiden.

Meiner Meinung nach sollten unsere Schulen rigoros auf den neuesten Stand gebracht werden. Deutschand gibt über 32 Milliarden Euro pro Jahr für Verteidigung aus. Für Bildung sind es allerdings unter 19 Milliarden. Mir fällt in meiner Lebenszeit allerdings kaum ein Ereignis ein, bei dem diese Verteidigung nötig war. Im Gegensatz dazu gehen täglich Kinder zur Schule. Hier sind durch die Medien wohl Ansichten verschoben: Es wird Angst erzeugt, um Geld in bestimmte Industriezweige zu pumpen. Blöd dabei ist nur, dass unsere Zukunft nebenbei ohne Eigenverschulden verblödet.

Das Bildungssystem

Hat sich schon einmal jemand gefragt, warum wir keine Steuererklärung beigebracht bekommen? Warum wird uns nicht gelehrt, dass wir Dinge hinterfragen sollen? Wieso wird an der wichtigsten Ressource (die Kinder) gespart? Warum juckt die Politik der Lehrermangel kaum, während über Nichtigkeiten große Debatten aufgebauscht werden? Was ist wohl der Grund dafür, dass wir beigebracht bekommen uns unterzuordnen und still zu sein? Diese Liste könnte ich noch ewig in die Länge ziehen, aber für den Anfang reichen diese Beispiele vollkommen.
Es sollte sich jeder ein Kind im Vorschulalter vorstellen. Es frägt im Normalfall hunderte Fragen pro Tag, ist neugierig und möchte seine Welt kennenlernen. Jetzt steckt in Gedanken dieses Kind in die Schule und lasst es dort einige Jahre „lernen“. Was hat sich an diesem Kind verändert? Ist das gut so?

Deine Art zu lernen

Was ich mit diesem Artikel aussagen möchte ist, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und unserem Schulsystem mehr misstrauen sollte. Immer zuzustimmen und dem Gesetzgeber Recht zu geben, ist in der Geschichte schon oft schiefgelaufen. Menschen, die um 1942 Juden gesucht und getötet haben, haben nach dem Gesetz gehandelt. Die, die Juden allerdings versteckt haben und damit Menschenleben retten wollten, waren die Gesetzesbrecher. Denkt mal drüber nach!

Wer lernen möchte, kann das ein Leben lang tun. Allerdings sollte man sich vorab ein paar Gedanken machen bzw. ausprobieren, wie man den besten Lerneffekt für sich selbst erzielt. Sobald allerdings Interesse vorhanden ist und die Profession Spaß macht, wird Lernen zu einem spielerischen Erlebnis. Diese Art sich Wissen anzueignen ist unvergleichlich mit dem Lernen zu Schulzeiten, als man Dinge wissen musste, die einen nie interessiert haben.
Vielleicht haben viele von uns nach wie vor die Meinung, dass sich lernen nach Schule anfühlen muss bzw. wird und lehnen deshalb neue Denkmuster ab. Vielleicht gibt es andere, tief sitzende Gründe. Wissen muss das der Einzelne für sich. Am wichtigsten zu wissen ist aber eindeutig, ob man in seinem Trott bleiben möchte oder etwas daran ändern. Je mehr Wissen man hat, desto einfacher ist das.

Wer möchte, darf meine Artikel gerne teilen, mit Daumen hoch versehen oder einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich über jede Art der Interaktion!

 

Viel Spaß beim Lernen!

 

C-L Ludwig

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