Sint Maarten/ Saint Martin

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Sint Maarten/ Saint Martin

Sint Maarten oder Saint Martin

Als letzte Station unserer Karibik-Kreuzfahrt legten wir auf Sint Maarten/ Saint Martin an. Die Aussprache ändert sich, je nachdem auf welcher Hälfte der Insel man sich befindet. Schließlich gehört eine Hälfte zu Frankreich, während die andere niederländisch ist. Auf der niederländischen Seite sind die Steckdosen Amerikanisch, auf der Französischen Europäisch. Außerdem unterscheiden sich die Stromstärken und man kann, je nach Inselseite, mit Dollars oder Euros zahlen.

Über die Aufteilung der Insel gibt es eine Anekdote: Nachdem der Besitz des Eilands jahrelang zwischen den Franzosen und Niederländer (zeitweise auch Engländer) wechselte, beschloss man im Jahr 1816 die Insel aufzuteilen. Der Legende nach trafen sich dazu Franzosen und Holländer und veranstalteten einen Wettlauf. Vom Boundary Point aus startete jeweils ein Siedler in entgegengesetzte Richtung um die Insel. Dort, wo sich die beiden wieder trafen, sollte die Grenze gezogen werden. Der Franzose bekam Wein als Proviant, der Niederländer nahm Schnaps auf seinen Weg mit. Somit war der Franzose nicht ganz so betrunken und konnte schneller der Küste entlang laufen. Das soll der Grund sein, warum die französische Seite größer ist.

Maho Beach

Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Insel ist eindeutig Maho Beach. Dieser Strand liegt in der Einflugschneise des Princess Juliana Airport. Somit starten und landen die Flugzeuge nur wenige Meter über den Badegästen. Vor Hurrikan Irma landeten hier Maschinen der Größenordnung Boing 737. Im Jahr 2017 ist an diesem Strand aber auch ein Mensch tödlich verunglückt. Die Frau wurde vom Wind eines startenden Flugzeugs gegen einen Betonblock geworfen. Seit die Insel allerdings mit dem Wiederaufbau beschäftigt ist, kommen kaum noch große Flieger am Flughafen an.

Bei unserem Besuch hatten wir viel Glück, zumindest hat uns ein Taxifahrer folgendes erzählt: Durch starke Winde war Maho Beach am Tag zuvor vom Sand befreit worden und bestand nur aus Steinen. Innerhalb von 24 Stunden ging aber alles wieder seinen gewohnten Gang und der Sandstrand war zurück – unvorstellbar! Hier ein Video, inklusive einer landenden Propellermaschine:

Verwüstung durch den Hurrikan

Sint Maarten/ Saint Martin wurde im späten Herbst 2017 von dem, seit Anbeginn der Aufzeichnungen verheerendsten Atlantik-Hurrikan verwüstet. Der Sturm hat auf der Insel einen Schaden von etwa 3 Milliarden Dollar hinterlassen. Boote, Schiffe und Yachten sind teilweise an Land verstreut oder gesunken. Unzählige Hotels liegen in Trümmern, Häuser sind vom Erdboden verschwunden und man sieht Propellermaschinen am Straßenrand auf dem Dach liegen. Ein Frachtschiff wurde in eine Bay gedrückt und als kleines Extra vom Wind mit Sand befüllt – unglaublich. In den Galerien findet ihr übrigens einige Bilder zu den Sturmschäden. Am linken Bildschirmrand kann wie immer gezoomt werden.

Trotz allem befindet sich die Karibik-Insel im Aufbau. Immer mehr Hotels empfangen wieder Gäste und es legen wieder Kreuzfahrtschiffe an. Somit sind die Touristen und damit die größte Einnahmequelle auf der Insel zurück. An guten Tagen kommen übrigens zehn solcher Schiffe an. Da Sint Maarten der einzige zollfreie Hafen der Karibik ist, kann man Tabak und Alkohol äußerst günstig erstehen. Allein dadurch hat sich eine Art Rauschmittel-Tourismus gebildet. Auch Elektro-Geräte, Diamanten und Gold sind auf der Insel sehr günstig zu bekommen.

Die Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten Sint Maarten/ Saint Martins würde ich die vielen Strände und die schöne Natur zählen. Aufgrund der häufigen Naturkatastrophen gibt es auf der Insel kaum historische Gebäude, lediglich ein altes Fort kann besichtigt werden. Für Unterhaltung ist trotzdem bestens gesorgt. Es gibt einen Vogelpark, alle Arten von Extremsport und viele weitere Möglichkeiten (Wandern, Glücksspiel, Museen) sich zu beschäftigen. Mir war damals am Strand liegen am liebsten. Dazu ein kurzes Video:

Das Leben in zwei Ländern

Die Lebensweise der Inselbewohner ist etwas ungewöhnlich. Es gibt zwar eine Grenze zwischen den beiden Staaten, diese ist aber nur auf Monumenten eingezeichnet und darf niemals geschlossen werden, egal was auf dem Festland passiert. Schließlich können die beiden Seiten ohne einander nicht existieren. Die eine versorgt die andere mit Strom, im Gegenzug gibt es Trinkwasser. Ansonsten bemerkt man vor allem an der Währung und dem Baustil der Häuser, das man eine Grenze überfahren hat. Außerdem muss man bei einem Telefongespräch von einer Seite der Insel auf die andere daran denken, das es sich um ein internationales Gespräch handelt. Nebenbei bemerkt: Es gibt auf der französischen Seite keine Casinos. Auf der holländischen Hälfte jedoch ganze neun. Dafür hat die französische Seite einen sehr bekannten Nudistenstrand, der Orient Beach. Dabei handelt es sich um das Bild mit den gelben Schirmen. Für dieses Foto wäre ich beinahe gelyncht worden – Ich wusste schließlich nicht, dass es sich um einen Nacktbadestrand handelt. Der Hoteldirektor hat mir das aber nicht so wirklich abgekauft.

Nach unserem letzten Tag in der östlichen Karibik landeten wir am nächsten Morgen wieder in San Juan in Puerto Rico. Von dort aus ging es dann weiter nach Miami. Darüber berichte ich im nächsten Beitrag – war auf alle Fälle nicht so geil, wie jeder immer denkt!

C-L

 

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